Microsoft Aktie: Zahlen im Fokus
Microsoft steht heute im Zentrum der Aufmerksamkeit. Nach US-Börsenschluss legt der Tech-Konzern seine Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Im Mittelpunkt steht eine Frage: Kann Microsoft zeigen, dass sich die milliardenschweren KI-Investitionen inzwischen messbar im Geschäft niederschlagen?
Hohe Erwartungen an Cloud und KI
Die Messlatte liegt hoch. Analysten rechnen beim Gewinn je Aktie mit rund 3,86 bis 3,88 US‑Dollar – ein deutliches Plus im Jahresvergleich. Beim Umsatz wird ein Anstieg auf etwa 80,3 Milliarden US‑Dollar erwartet, rund 15 % mehr als im Vorjahresquartal.
Entscheidend für die Stimmung dürfte der Bereich „Intelligent Cloud“ werden. In den vergangenen Quartalen hatten viele Unternehmenskunden ihre Ausgaben optimiert und Cloud-Budgets genauer hinterfragt. Nun will der Markt sehen, ob die Ausgabendisziplin langsam nachlässt und vor allem, ob neue KI-Workloads das Wachstum wieder beschleunigen.
Im Kern geht es darum, ob die Kombination aus klassischem Cloud-Geschäft (Azure) und neuen KI-Diensten genug Schwung bringt, um die ambitionierten Erwartungen zu rechtfertigen.
KI-Monetarisierung und Investitionsdruck
Vor dem Zahlenwerk dominieren zwei Themen die Diskussion: Wie gut lässt sich KI tatsächlich zu Geld machen – und wie stark belasten die dafür notwendigen Investitionen?
1. KI-Monetarisierung
Microsoft hat Copilot und andere KI-Funktionen tief in seine Produkte integriert, vom Office-Paket bis hin zu Entwickler-Tools. Anleger wollen nun Belege sehen, dass diese Funktionen nicht nur als Marketingargument taugen, sondern auch zusätzlichen, abrechenbaren Umsatz liefern.
Besonders wichtig:
- Wie hoch ist die Nutzung von Copilot & Co. in Unternehmenskonten?
- Lassen sich Aufschläge und Zusatzlizenzen klar im Umsatzwachstum erkennen?
- Gibt es Signale, dass KI-Features zu höheren Ausgaben pro Kunde führen?
Je klarer Microsoft hier Zahlen und Beispiele liefert, desto glaubwürdiger wirkt die langfristige KI-Strategie.
2. Investitionen (CapEx) und Margen
Parallel dazu läuft ein gewaltiges Investitionsprogramm. Rechenzentren, spezialisierte Hardware und Netzwerkinfrastruktur verschlingen enorme Summen, um KI-Modelle und Cloud-Services zu betreiben.
Die Börse achtet dabei vor allem auf zwei Punkte:
- Wie stark bleiben die Investitionen erhöht?
- Können die operativen Margen trotz hoher Ausgaben stabil gehalten oder sogar verbessert werden?
Das „erst investieren, später ernten“-Muster ist zwar typisch für große Technologiewellen, doch die Geduld von Wall Street hängt von der Aussicht ab, dass sich diese Ausgaben in absehbarer Zeit in höheren Gewinnen widerspiegeln.
Kursbild und technische Ausgangslage
Börsentechnisch präsentiert sich die Aktie kurz vor den Zahlen solide, aber mit leichten Bremsspuren. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein zweistelliges Plus, in den vergangenen 30 Tagen war die Entwicklung dagegen eher seitwärts. Der aktuelle Kurs von rund 483 US‑Dollar liegt nur knapp unter dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch und deutlich über dem Jahrestief – die Bewertung ist also weiterhin anspruchsvoll.
Zuletzt hatten technische Analysten ein sogenanntes „Death Cross“ ausgemacht, also ein bärisches Signal, bei dem ein kurzfristiger gleitender Durchschnitt unter einen längerfristigen fällt. Solche Muster deuten eher auf nachlassende Dynamik hin. Gleichzeitig notiert der Kurs aber klar über den wichtigen mittelfristigen Durchschnittslinien, was zeigt, dass der übergeordnete Aufwärtstrend bislang intakt ist.
Für zusätzliche Spannung sorgt der Optionsmarkt: Dort wird mit spürbaren Schwankungen nach der Veröffentlichung gerechnet. Positive Überraschungen bei Azure und KI-Umsätzen könnten eine Erholung der technischen Signale einleiten, während jede Enttäuschung beim Ausblick die Bewertung nach unten ziehen dürfte.
Worauf es heute Abend ankommt
Für das Zahlenwerk nach Börsenschluss zeichnen sich drei zentrale Beobachtungspunkte ab:
-
Azure-Wachstum:
Ob die Cloud-Sparte wieder schneller wächst, ist der wichtigste Indikator für die operative Stärke. Werte über den Markterwartungen könnten die Zuversicht der Anleger deutlich stärken. -
Ausblick und Margen:
Die Prognose für das Gesamtjahr 2026 – insbesondere zur Entwicklung der operativen Marge – zeigt, wie zuversichtlich das Management mit Blick auf die Balance zwischen Wachstum und Profitabilität ist. -
Konkrete KI-Zahlen:
Je genauer Microsoft den Umsatzbeitrag und den „Run-Rate“ seiner KI-Dienste beziffern kann, desto besser lässt sich beurteilen, ob KI bereits ein relevanter Wachstumstreiber ist oder noch vor allem Zukunftsversprechen bleibt.
Die Zahlen und der anschließende Conference Call mit CEO Satya Nadella und CFO Amy Hood um 17:30 Uhr US-Ostküstenzeit werden damit zu einem wichtigen Test: Gelingt es Microsoft, sowohl starkes Cloud-Wachstum als auch einen glaubwürdigen Weg zur Monetarisierung der KI-Investitionen zu zeigen, könnte das die aktuelle Bewertung stützen und die Aktie wieder klar auf Wachstumskurs bringen.
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