Liebe Leserinnen und Leser,

6,12 Milliarden Euro – so viel Gewinn verbuchte die Deutsche Bank 2025. Der höchste seit 2007, ein Meilenstein nach Jahren der Krise. Doch während in Frankfurt gefeiert wird, stürzt SAP ab. Der Software-Riese verfehlte seine Cloud-Ziele, und die Aktie verliert zweistellig. Gleichzeitig verhandeln Nvidia, Microsoft und Amazon über bis zu 60 Milliarden Dollar für OpenAI – ein Deal, der die KI-Landschaft neu ordnen könnte. Heute zeigt sich: Selbst Rekorde garantieren keine Kursgewinne mehr, wenn die Erwartungen noch höher liegen.

SAP-Debakel: Wenn 25 Prozent Wachstum zur Enttäuschung werden

25 Prozent – um so viel wuchs SAPs Cloud-Auftragsbestand 2025. Klingt beeindruckend? Nicht für die Börse. Die Walldorfer hatten 26 Prozent versprochen, und dieser eine fehlende Prozentpunkt kostet die Aktie heute über 10 Prozent. Der Kurs sackt auf 173 Euro ab, den tiefsten Stand seit Mitte 2024. Vom Rekordhoch vor einem Jahr bleiben nur noch 60 Prozent übrig.

Das Problem liegt tiefer als ein verfehltes Quartal. SAP schloss zwar große Deals ab, doch viele davon mit Behörden – Verträge mit gesetzlichen Kündigungsklauseln, die nicht in den entscheidenden Current Cloud Backlog einfließen. Auch Großkunden migrieren langsamer als erhofft. Finanzchef Dominik Asam versucht zu beruhigen: Die Buchungen seien stark, nur die Umsatzrealisierung verzögere sich. Für 2026 verspricht er 23 bis 25 Prozent Cloud-Wachstum – weniger als 2025. Dazu kommt ein 10-Milliarden-Aktienrückkaufprogramm über zwei Jahre. Doch selbst das verfängt nicht. Anleger fürchten, dass SAP im KI-Zeitalter den Anschluss verliert, während Konkurrenten wie Microsoft aggressiv investieren.

OpenAI-Milliarden: Nvidia, Microsoft und Amazon verhandeln über Mega-Deal

60 Milliarden Dollar – diese Summe könnte in OpenAI fließen, wenn sich die Gerüchte bewahrheiten. Nvidia soll bis zu 30 Milliarden beisteuern, Microsoft unter 10 Milliarden, Amazon über 20 Milliarden. Dazu kommt die japanische SoftBank mit weiteren 30 Milliarden. Insgesamt strebt OpenAI eine Finanzierungsrunde von 100 Milliarden Dollar an, die Bewertung würde auf 830 Milliarden steigen.

Für Amazon wäre es der Einstieg als neuer Investor – und der Deal käme mit Bedingungen. OpenAI soll seine Cloud-Server-Verträge mit Amazon ausweiten und ChatGPT-Abonnements über den E-Commerce-Riesen vertreiben. Nvidia, bereits Investor und Chip-Lieferant, würde seine Position weiter festigen. Microsoft, seit Jahren engster Partner, bleibt mit unter 10 Milliarden zurückhaltender – vielleicht, weil die eigenen KI-Kosten explodieren. Das Unternehmen meldete gestern nach Börsenschluss Investitionen von 37,5 Milliarden Dollar im letzten Quartal, zwei Drittel mehr als im Vorjahr. Das Azure-Wachstum enttäuschte mit 39 Prozent die Erwartungen, die Aktie verliert vorbörslich 6 Prozent. Kein Wunder also, dass Microsoft bei OpenAI auf die Bremse tritt.

IBM überrascht: Mainframes und Free Cashflow treiben Kurs

14,7 Milliarden Dollar Free Cashflow – IBM hat 2025 abgeliefert und damit die eigene Prognose von 13,5 Milliarden deutlich übertroffen. Die Aktie springt vorbörslich um 8 Prozent. Der Gewinn je Aktie kletterte im vierten Quartal auf 4,52 Dollar, erwartet waren 4,29 Dollar. Der Umsatz stieg um 12 Prozent auf 19,7 Milliarden Dollar.

Der Treiber? Mainframes. Ja, die vermeintlich antiquierte Technologie boomt wieder. Die neue z17-Generation verzeichnet starke Nachfrage, der Umsatz im Infrastructure-Segment schoss um 21 Prozent nach oben. Dazu kommen Enterprise License Agreements, die im Schlussquartal überraschend gut liefen. Analysten von Evercore ISI nennen die 2026er-Prognose „konservativ" und sehen Aufwärtspotenzial. Morgan Stanley hebt das Kursziel von 252 auf 304 Dollar, BofA Securities auf 340 Dollar. IBM zeigt: Wer solide liefert und die Erwartungen nicht überspannt, wird belohnt – ein Kontrast zu SAP.

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Meta brilliert, Tesla schwenkt um: KI-Ausgaben spalten Tech-Welt

135 Milliarden Dollar – so viel will Meta 2026 in KI-Infrastruktur stecken. Fast das Doppelte von 2025. Die Aktie steigt nachbörslich um 7 Prozent, weil das Unternehmen gleichzeitig mit Rekorderlösen im vierten Quartal überzeugte. Die KI-gestützten Werbetools zahlen sich aus, und Meta verspricht, dass die Reality-Labs-Verluste 2026 ihren Höhepunkt erreichen.

Tesla geht einen anderen Weg. Der E-Auto-Pionier investiert 2 Milliarden Dollar in Elon Musks KI-Startup xAI – ein umstrittener Schritt, der die Verflechtung zwischen Musks Unternehmen verstärkt. Gleichzeitig kündigt Tesla das Ende der Modelle S und X an. Die beiden Fahrzeuge machten 2025 nur noch 2 Prozent des Volumens aus, doch symbolisch ist der Schritt gewaltig. Das Model S war 2012 Teslas Durchbruch. Jetzt setzt das Unternehmen auf „Physical AI": Robotaxis, vollautonomes Fahren, humanoide Roboter. Die Investitionen steigen 2026 auf über 20 Milliarden Dollar, mehr als das Doppelte von 2025. Barclays warnt: Der Free Cashflow wird negativ, die Aktie handelt bei einem KGV von 200 für 2026. Dennoch bleibt sie „frothy" – schaumig, spekulativ, getrieben von Zukunftswetten.

Deutsche Bank feiert – im Schatten der Geldwäsche-Ermittlungen

6,12 Milliarden Euro Gewinn, die höchste Eigenkapitalrendite seit 2007 mit 10,3 Prozent – die Deutsche Bank hat ihr Drei-Jahres-Ziel erreicht. Die Aktionäre bekommen 1 Euro Dividende, 50 Prozent mehr als 2024, dazu ein weiteres Rückkaufprogramm über 1 Milliarde Euro. Für 2026 peilt CEO Christian Sewing 33 Milliarden Euro Umsatz an, ein Plus von knapp 3 Prozent.

Doch die Freude ist getrübt. Einen Tag vor der Bilanzvorlage durchsuchte die Staatsanwaltschaft Frankfurt Büros der Bank – erneut wegen Geldwäsche-Verdachts. Es geht um Transaktionen zwischen 2013 und 2018, Details sind spärlich. Für die Deutsche Bank ein Déjà-vu: Geldwäsche-Skandale haben das Institut die letzten zehn Jahre verfolgt, Milliarden an Bußgeldern gekostet, das Vertrauen beschädigt. Die Aktie verliert heute 2,3 Prozent. Anleger fragen sich: Kann die Bank jemals ganz aus dem Schatten ihrer Vergangenheit treten?

Gold auf Rekordkurs, Öl steigt: Iran-Spannungen treiben Rohstoffe

5.600 Dollar – so teuer war Gold noch nie. Silber knackt 119 Dollar, ebenfalls ein Allzeithoch. Der Grund: US-Präsident Donald Trump erwägt laut Berichten einen Militärschlag gegen den Iran. Die Spannungen eskalieren, eine US-Marinegruppe ist unterwegs in die Region. Iran reagiert trotzig, Außenminister Abbas Araghchi warnt, die Streitkräfte stünden „mit dem Finger am Abzug".

Öl profitiert ebenfalls. Brent steigt um 1,5 Prozent auf 68,40 Dollar, WTI auf 64,40 Dollar. Beide Sorten haben seit Montag rund 5 Prozent zugelegt und notieren auf dem höchsten Stand seit September. Der Iran produziert 3,2 Millionen Barrel täglich, jede Störung würde die Märkte erschüttern. Dazu kommt ein Wintersturm in den USA, der 2 Millionen Barrel Produktion lahmgelegt hat. Gold und Öl zeigen: Geopolitische Risiken sind zurück – und die Märkte preisen sie ein.

Ausblick: Fed, Apple und die Frage nach der KI-Rendite

Die US-Notenbank ließ gestern die Zinsen unverändert bei 3,5 bis 3,75 Prozent – erwartungsgemäß. Fed-Chef Jerome Powell dämpfte Hoffnungen auf baldige Senkungen, zwei Mitglieder stimmten sogar für eine Senkung, darunter Christopher Waller, ein Kandidat für Powells Nachfolge. Die Märkte rechnen mit zwei Zinssenkungen 2026, aber erst später im Jahr.

Heute Abend nach Börsenschluss legt Apple Zahlen vor. Nach Microsofts enttäuschendem Azure-Wachstum und den explodierenden KI-Kosten schauen Anleger genau hin: Zahlt sich die KI-Offensive aus, oder fressen die Investitionen die Margen? Auch SAP-CEO Christian Klein betont, dass zwei Drittel der Cloud-Verträge im vierten Quartal bereits KI-Komponenten enthielten. Doch wenn selbst 25 Prozent Wachstum die Börse enttäuschen, wird klar: Die Messlatte liegt höher denn je.

Bis morgen – und bleiben Sie wachsam in diesen volatilen Zeiten.

Beste Grüße
Andreas Sommer