Microsoft legt am heutigen Mittwoch nach Börsenschluss die Zahlen für das zweite Geschäftsquartal 2026 vor. Die Erwartungen sind hoch – und die Skepsis der Anleger auch. Nach einem Kursrückgang von fast 14% seit dem Allzeithoch steht vor allem eine Frage im Raum: Rechtfertigen die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur die aktuelle Bewertung?

Die kritischen Zahlen

Die Wall Street erwartet einen Gewinn je Aktie von 3,91 US-Dollar bei einem Umsatz von rund 80,3 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von etwa 15% im Jahresvergleich. Doch entscheidend wird nicht die Gesamtperformance sein, sondern die Entwicklung der Cloud-Sparte Azure.

Analysten rechnen mit einem Umsatzwachstum von 37% (währungsbereinigt) für Azure. Manche erwarten sogar, dass Microsoft diese Marke übertreffen muss, um die derzeitige Bewertung zu rechtfertigen. Das Problem: Die Nachfrage nach KI-Diensten übersteigt die verfügbaren Kapazitäten – Microsoft könnte mehr verkaufen, wenn die Infrastruktur es zuließe.

Besonders im Fokus steht der sogenannte Remaining Performance Obligations (RPO), also das Auftragsvolumen für künftige Leistungen. Im ersten Quartal lag dieser Wert bei 392 Milliarden US-Dollar. Analysten erwarten nun den größten sequenziellen Anstieg aller Zeiten – befeuert durch die 250-Milliarden-Dollar-Vereinbarung mit OpenAI und den 30-Milliarden-Dollar-Deal mit Anthropic.

Maia 200: Angriff auf Nvidia

Zwei Tage vor der Zahlenvorlage präsentierte Microsoft seinen KI-Chip Maia 200 der zweiten Generation. Der Beschleuniger soll 30% mehr Leistung pro Dollar bieten als bisherige Systeme und markiert einen strategischen Schritt: Microsoft will unabhängiger von Nvidia-Hardware werden und die Wirtschaftlichkeit seiner KI-Dienste verbessern.

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Der im 3-Nanometer-Verfahren von TSMC gefertigte Chip verfügt über mehr als 140 Milliarden Transistoren und liefert über 10 PetaFLOPS Rechenleistung. Erste Einsätze laufen bereits in Rechenzentren in Iowa und Arizona – unter anderem für OpenAIs GPT-5.2-Modelle und Microsoft 365 Copilot.

Das Investitions-Dilemma

Der Kursrückgang hat seinen Grund: Die Kapitalausgaben explodieren. Im ersten Quartal investierte Microsoft 34,9 Milliarden US-Dollar – deutlich mehr als die angekündigten 30 Milliarden. Für das Gesamtjahr dürften die Ausgaben die 100-Milliarden-Marke erreichen, verglichen mit 88,2 Milliarden im Vorjahr.

Die Betriebsmargen bleiben dabei voraussichtlich konstant zum Vorjahr und sinken im Quartalsvergleich. Das nährt Zweifel, ob sich die enormen Investitionen kurzfristig auszahlen werden. Die Bewertung von aktuell etwa 28,5 beim Forward-KGV liegt zwar unter dem Fünf-Jahres-Durchschnitt von 31,5 – doch der Druck bleibt.

Wettbewerb verschärft sich

Während Microsoft in den vergangenen zwölf Monaten nur 4% zulegte, schoss Google um 64% nach oben. Der Start von Googles Gemini 3 hat die Konkurrenz verschärft und Fragen zur Führungsrolle von Microsofts OpenAI-Partnerschaft aufgeworfen. Amazon, der direkte Cloud-Rivale, kam im gleichen Zeitraum auf magere 1,6% Zuwachs.

Der Optionsmarkt preist für die heutige Zahlenvorlage eine Bewegung von etwa 4,3% in eine Richtung ein – weniger als der Durchschnitt der vergangenen vier Quartale von 5,2%. Die Unsicherheit ist spürbar, aber nicht außergewöhnlich hoch.

Mit einem Auftragsbestand von 392 Milliarden US-Dollar hat Microsoft solide Umsatzvisibilität. Ob das reicht, um die Anleger von der KI-Strategie zu überzeugen, entscheidet sich in wenigen Stunden.

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