Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius hat ein bemerkenswertes Detail aus dem vergangenen Jahr öffentlich gemacht: Die US-Regierung wollte den Stuttgarter Traditionskonzern zum Umzug über den Atlantik bewegen – und erhielt eine klare Absage. Parallel dämpft der Konzern Erwartungen an das neue Indien-Handelsabkommen. Beide Themen zeigen, unter welchem geopolitischen Druck europäische Autobauer derzeit operieren.

Politischer Druck aus Washington

Im Interview mit The Pioneer enthüllte Källenius erstmals, dass US-Handelsminister Howard Lutnick bereits Anfang 2025 vorschlug, den globalen Hauptsitz von Mercedes-Benz in die USA zu verlegen. Der CEO erteilte dem Vorstoß eine unmissverständliche Absage.

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Die Kernpunkte:
- Das Angebot erfolgte Anfang 2025, wird aber erst jetzt öffentlich
- Källenius bezeichnete eine "Entwurzelung" als undenkbar
- Mercedes-Benz unterhält zwar massive US-Investitionen, bleibt aber in Stuttgart verwurzelt

Die Veröffentlichung dieser Information dürfte bewusst erfolgen. Sie signalisiert Standhaftigkeit gegenüber protektionistischem Druck und schafft Klarheit für Investoren: Der Standort Deutschland steht nicht zur Disposition.

Indien-Abkommen ohne Preiseffekt

Während Politiker das Freihandelsabkommen zwischen EU und Indien feiern, korrigiert Mercedes-Benz India überzogene Markterwartungen. Trotz sinkender Zölle sind keine Preissenkungen geplant, stellte Managing Director Santosh Iyer am 27. Januar klar.

Die operative Realität dahinter: Rund 95 Prozent der in Indien verkauften Mercedes-Modelle werden bereits vor Ort montiert und unterlagen nie den hohen Importzöllen von bis zu 100 Prozent. Die wenigen Direktimporte profitieren zwar von Zollsenkungen, doch die Abwertung der Indischen Rupie frisst diese Vorteile nahezu auf.

Für Mercedes dient das Abkommen primär dem erleichterten Zugang zu Technologie und Nischenmodellen – nicht als Grundlage für einen Preiskampf.

Analysten bleiben konstruktiv

Goldman Sachs bestätigte am 26. Januar die Einstufung "Buy", senkte das Kursziel jedoch von 73 auf 71 Euro. Die Anpassung reflektiert solide Fundamentaldaten bei einem geschätzten KGV von 8,2, berücksichtigt aber auch makroökonomische Risiken durch Zölle und Währungsschwankungen.

Die Aktie notiert aktuell bei 56,65 Euro und arbeitet an einer Bodenbildung. Die klare Positionierung in den USA-Verhandlungen schafft strategische Planungssicherheit, während die realistische Einordnung des Indien-Geschäfts vor Enttäuschungen schützt. Im Februar folgen die Jahreszahlen – dann zeigt sich, wie sich diese geopolitischen Weichenstellungen in der Bilanz niederschlagen.

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