Während viele Bergbaukonzerne ihre fossilen Sparten hastig abstießen, wählte Glencore im Jahr 2024 einen anderen Weg. Der Entschluss, das oft kritisierte Kohlegeschäft im Konzern zu behalten, erweist sich angesichts der aktuellen geopolitischen Lage als äußerst lukrativer Schachzug. Ein Engpass auf dem globalen Gasmarkt spült dem Rohstoffgiganten derzeit unerwartet hohe Gewinne in die Kasse.

Auslöser für die sprudelnden Einnahmen sind die anhaltenden Spannungen im Iran. Die daraus resultierenden Lieferengpässe bei Flüssigerdgas (LNG) zwingen vor allem asiatische Energieversorger dazu, weiterhin massiv auf Kohlekraftwerke zu setzen. Das treibt den Preis für Kraftwerkskohle der Benchmark Newcastle um rund 20 Prozent in die Höhe. Diese Marktdynamik schlägt sich direkt in den Erwartungen nieder. Laut Bloomberg Intelligence könnte ein anhaltendes Spotpreis-Niveau von 134 bis 135 US-Dollar pro Tonne das Jahresergebnis im Kohlesektor um zehn Prozent steigern. Zusätzliche Gewinne generiert die hauseigene Handelsabteilung, die die extremen Preisvolatilitäten an den Energiemärkten systematisch ausnutzt.

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Analysten passen Modelle an

Auf dem Parkett macht sich dieser fundamentale Rückenwind deutlich bemerkbar. Mit einem aktuellen Kurs von 6,00 Euro notiert das Papier nur denkbar knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch und verzeichnet seit Jahresanfang bereits ein starkes Plus von über 26 Prozent.

Die Analysehäuser reagieren entsprechend auf die veränderten Fundamentaldaten. Morningstar hob den geschätzten fairen Wert für den Konzern am Dienstag um sechs Prozent an und verwies explizit auf die gestiegenen Thermalkohlepreise. Die Experten von RBC Capital Markets gehen noch einen Schritt weiter: Sie stufen das Unternehmen als bevorzugte Wahl unter den diversifizierten Bergbaukonzernen ein, da kein Konkurrent eine ähnlich starke Ausrichtung auf den boomenden Kohlesektor aufweist.

Kapital für die Transformation

Ironischerweise finanziert ausgerechnet der fossile Brennstoff nun die zukünftige Ausrichtung des Konzerns. Der üppige freie Cashflow aus dem Kohlegeschäft liefert das nötige Kapital, um den teuren Ausbau der Produktion von Batteriemetallen wie Kupfer und Kobalt voranzutreiben. Gleichzeitig stärkt die durch das Kohle-Comeback gestützte Marktkapitalisierung Glencores Verhandlungsposition für mögliche Übernahmen im globalen Bergbausektor. Solange die Verknappung auf dem Gasmarkt anhält, fungiert die Kohlesparte als verlässlicher Ertragsmotor und strategischer Puffer des Unternehmens.

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