FACC wieder mit ATX-Nähe: Luftfahrtzulieferer wird zum ernsthaften Kandidaten
In der Episode #1117 der Wiener Börse Party ordnet Moderator Christian Drastil die aktuelle Marktlage am Wiener Parkett ein – und rückt dabei einen Wert ins Rampenlicht, der lange unter dem Radar der ATX-Beobachter flog: die FACC AG.
Handelsvolumen durchbricht die 100-Millionen-Marke
Der oberösterreichische Luftfahrtzulieferer FACC hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Mit der abgelaufenen Woche wurde die FACC zum 20. Wert an der Wiener Börse, der im laufenden Jahr ein kumuliertes Handelsvolumen von über 100 Millionen Euro verzeichnen konnte. Das Volumen ist deshalb so bedeutsam, weil für die Zusammensetzung des österreichischen Leitindex ATX das Handelsvolumen eine der beiden zentralen Kenngrößen darstellt. Die 20 größten Werte nach Volumen haben grundsätzlich die besten Chancen auf einen Platz im ATX – vorausgesetzt, sie erfüllen auch das zweite Kriterium.
Das doppelte Kriterium: Volumen und Marktkapitalisierung
Für eine ATX-Aufnahme müssen Unternehmen nicht nur beim Handelsvolumen, sondern auch bei der streubesitzbereinigten Marktkapitalisierung unter den Top 25 rangieren. Hier lag die FACC auf der jüngsten Beobachtungsliste noch auf Rang 27 – knapp außerhalb der relevanten Zone. Doch in den vergangenen Tagen haben sich die Vorzeichen verändert: Dank starker Kursgewinne ist die FACC bereits auf Rang 26 vorgerückt und liegt nur noch hauchdünn hinter dem 25. Platz.
In der für die Septemberüberprüfung relevanten Betrachtung seit dem 1. September ist man beim Volumen zwar noch nicht unter den Top 20, holt aber deutlich auf. Drastil betonte, dass es bis zur Entscheidung noch mehrere Monate dauere – der Septemberverfall wird auf Basis der Datenlage Ende August entschieden. Dennoch sei die FACC „definitiv zum Aspiranten, zum Challenger auf einen ATX-Platz geworden".
Opening Bell als Symbol für die neue Sichtbarkeit
Die gestiegene Aufmerksamkeit für die FACC spiegelt sich auch symbolisch wider: CFO Florian Heindl und Investor-Relations-Verantwortliche Tanja Meisenberger läuteten die Opening Bell für den Mittwoch an den Börsen. Drastil hob dabei ausdrücklich hervor, dass der Aufstieg der FACC zum ATX-Challenger auf zwei Säulen ruhe – „gute Zahlen und gute IR". Die Kombination aus soliden Unternehmensergebnissen und professioneller Kapitalmarktkommunikation habe die Aktie erst in diese Position gebracht.
Konkurrenz im ATX-Rennen: Frequentis und Semperit mischen mit
Die FACC ist nicht der einzige Wert, der sich Hoffnungen auf einen ATX-Platz im September machen darf. Auch die Frequentis wird als ähnlich gelagerte Kandidatin genannt. Darüber hinaus könnte die Semperit durch die Ereignisse des Tages – die B&C Holding hat ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot zu 15 Euro je Aktie angekündigt – ebenfalls neue Dynamik ins ATX-Rennen bringen. Die Semperit-Aktie legte am Handelstag um rund 23,6 Prozent zu und war damit Top-Performer im ATX. Die massiv gestiegenen Handelsvolumina und die höhere Marktkapitalisierung könnten auch für die Semperit im ATX-Kontext relevant werden.
Freundliches Marktumfeld stützt die Entwicklung
Der Gesamtmarkt präsentierte sich am Mittwoch in guter Verfassung. Der ATX notierte um 15 Uhr bei 5.405 Punkten, ein Plus von 1,15 Prozent. Neben Semperit und der ebenfalls starken Bawag (plus 5,8 Prozent) sowie Agrana (plus 2,8 Prozent) profitierte auch die FACC vom positiven Sentiment. Der deutsche Leitindex DAX zeigte sich hingegen mit einem Minus von 0,68 Prozent auf 23.569 Punkte schwächer.
Fazit: Noch ist es früh, aber die Richtung stimmt
Die FACC hat sich innerhalb kurzer Zeit von einem Wert der zweiten Reihe zu einem ernstzunehmenden ATX-Kandidaten entwickelt. Das Handelsvolumen hat eine kritische Schwelle überschritten, und bei der streubesitzbereinigten Marktkapitalisierung fehlen nur noch wenige Ränge bis zur Qualifikationszone. Bis zur Entscheidung im September ist zwar noch viel Zeit und Bewegung möglich – doch die Ausgangslage hat sich für den Luftfahrtzulieferer deutlich verbessert. Mit Frequentis und möglicherweise Semperit gibt es zusätzliche Mitbewerber, was die kommenden Monate am Wiener Markt umso spannender macht.








