IBM hat im Februar 2026 einen der dramatischsten Kurseinbrüche seiner Geschichte erlebt. Am 23. Februar stürzte die Aktie um 13,2 Prozent ab – der heftigste Tagesverlust seit dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000. Über 31 Milliarden Dollar Börsenwert lösten sich in Luft auf. Der Auslöser: Ein KI-Tool des Unternehmens Anthropic, das eine Kernstütze von IBMs Geschäftsmodell bedroht.

Die Bedrohung für das Mainframe-Geschäft

Anthropic stellte ein Werkzeug vor, das die Modernisierung von COBOL automatisiert – jener Programmiersprache aus den 1960er Jahren, auf der bis heute kritische Infrastrukturen in Banken, Zahlungsverkehr und Einzelhandel basieren. IBM hat Jahrzehnte damit verbracht, genau diese COBOL-Systeme zu warten und zu modernisieren. Das lukrative Mainframe-Geschäft samt zugehörigem Consulting bildet eine tragende Säule des Konzerns.

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Die Sorge der Investoren: Wenn Unternehmen künftig Code-Modernisierung per KI-Tool erledigen können, wozu dann noch IBMs Consulting-Teams beauftragen? Bereits vor dieser Entwicklung wuchs das Consulting-Segment nur um magere drei Prozent. Der Bereich generiert pro Quartal rund fünf Milliarden Dollar Umsatz – ein Wegbrechen selbst eines Teils davon würde massiv durchschlagen.

Wall Street reagiert

UBS stufte IBM am 25. Februar von "Sell" auf "Neutral" hoch. Die Begründung: Nach dem Kursrutsch sei die Bewertung wieder angemessener. Die Aktie handelt nun beim 18,5-fachen der erwarteten Gewinne für 2026 und beim 17,5-fachen für 2027. UBS erwartet ein jährliches Umsatzwachstum von drei bis vier Prozent und rechnet mit einem Free Cashflow von 15,7 Milliarden Dollar für 2026.

Allerdings zeigt die Bank auch die Risikospanne auf: Im optimistischen Szenario könnte die Aktie auf 312 Dollar steigen, falls das Software-Geschäft anzieht. Im pessimistischen Fall – sollten KI-Coding-Tools größere Teile des Geschäfts aushöhlen – sieht UBS Kurse von nur 134 Dollar als möglich an.

Morgan Stanley senkte das Kursziel von 304 auf 247 Dollar und verwies explizit auf die Disruptions-Gefahr durch Anthropics Claude-Tool.

Cybersecurity als Gegenpol

Parallel zum Börsen-Drama veröffentlichte IBM am 25. Februar seinen jährlichen X-Force Threat Intelligence Index. Der Bericht dokumentiert einen 44-prozentigen Anstieg bei Angriffen auf öffentlich zugängliche Anwendungen. Ransomware-Gruppen nahmen um 49 Prozent zu, Schwachstellen-Ausnutzung wurde mit 40 Prozent zur häufigsten Angriffsursache.

Die Botschaft: Der Bedarf an IBMs Cybersecurity-Lösungen wächst strukturell. Die Software-Sparte, in der auch die KI-Plattform Watsonx angesiedelt ist, legte im letzten Quartal um 14 Prozent zu und weist höhere Margen auf als das bedrohte Consulting-Geschäft.

Zweigeteilte Perspektive

Die fundamentalen Zahlen sind solide. IBM übertraf im vierten Quartal mit einem Gewinn je Aktie von 4,52 Dollar die Erwartungen von 4,33 Dollar. Das KI-Geschäft erreichte zum dritten Quartal 2025 ein Volumen von 9,5 Milliarden Dollar. Von 21 Analysten bewerten elf die Aktie mit "Buy" oder "Strong Buy", sieben bleiben neutral, drei sind bärisch.

Die kommenden zwei Quartale werden zeigen, ob die Consulting-Umsätze tatsächlich erodieren oder ob der Markt überreagiert hat. UBS geht davon aus, dass Mainframe-Systeme aufgrund strenger Datenschutzanforderungen und enger Kundenbeziehungen kurzfristig nicht massenhaft aufgegeben werden. Die Gegenseite warnt, dass die KI-Disruption schneller greifen könnte als IBM reagieren kann. Mit einem Monatsverlust von 27 Prozent – dem stärksten seit mindestens 1968 – hat der Markt seine Skepsis bereits brutal zum Ausdruck gebracht.

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