Volkswagen sortiert gerade gleich zwei wichtige Personal-Themen – und das ausgerechnet wenige Tage vor der Jahresbilanz. Bei der Batterietochter PowerCo entscheidet sich heute, ob ein Beschäftigungspakt bis 2030 greift. In den USA ist der erste UAW-Tarifvertrag im Werk Chattanooga bereits durch. Was heißt das für den Konzern, der parallel ein straffes Sparziel ausgerufen hat?

PowerCo: Jobgarantie – aber mit Fragezeichen beim Ausbau

Bei PowerCo haben sich IG Metall und Unternehmen am 20. Februar in Salzgitter auf ein umfassendes Tarifpaket geeinigt. Der zentrale Punkt: ein eigenständiger Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung vom 1. März 2026 bis zum 31. Dezember 2030. In dieser Zeit sind betriebsbedingte Beendigungskündigungen ausgeschlossen – allerdings nur, wenn beide Seiten das Paket bis heute annehmen.

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Auch finanziell ist das Paket klar umrissen. Eine tabellenwirksame Lohnerhöhung von 5,5% wird erst ab dem 1. April 2027 in den Tarifindex integriert. Zusätzlich sind ab dem 1. April 2026 Einmalzahlungen vorgesehen: 6.000 Euro nach 25 Jahren Betriebszugehörigkeit und 12.000 Euro nach 35 Jahren.

Strategisch bleibt PowerCo ein Kernprojekt. In Salzgitter läuft seit Dezember 2025 die Produktion der konzerneigenen Einheitszelle. Mehr als eine Milliarde Euro ist bislang in die Zellfabrik geflossen. Der geplante Ausbau auf 40 GWh Kapazität liegt jedoch auf Eis – und von ursprünglich sechs geplanten europäischen Fabriken befinden sich derzeit nur Salzgitter und Sagunt (Spanien) in der Entwicklung.

Chattanooga: UAW-Vertrag bringt neue Realität in den USA

In Chattanooga, Tennessee, haben die UAW-Mitglieder ihren ersten Tarifvertrag mit 96% Zustimmung ratifiziert. Der Vierjahresvertrag gilt für rund 3.000 Beschäftigte und läuft bis zum 24. Februar 2030.

Das Paket umfasst einen kumulierten Lohnanstieg von 21,6%, Lebenshaltungskostenzulagen sowie Spitzenlöhne von etwa 39 US-Dollar (Produktion) und 50 US-Dollar (Facharbeiter). Dazu kommen ein Ratifizierungsbonus von 4.000 US-Dollar, jährliche Boni von 2.550 US-Dollar und ein einmaliger Ruhestandsbonus von 50.000 US-Dollar für Anspruchsberechtigte. Im Gegenzug wird die UAW zuvor eingereichte bundesstaatliche Arbeitsklagen gegen Volkswagen zurückziehen.

Bemerkenswert ist vor allem die Vorgeschichte: 2014 und 2019 hatten Beschäftigte einen UAW-Beitritt noch abgelehnt. Erst im April 2024 stimmten sie deutlich dafür, später folgte eine Streikermächtigung – Anfang Februar kam dann die Einigung, die nun ratifiziert wurde.

Blick nach vorn: Zahlen am 10. März

Die arbeitsrechtlichen Weichenstellungen fallen in eine Phase, in der Volkswagen zugleich den Rotstift ansetzt. CEO Oliver Blume und CFO Arno Antlitz haben Mitte Januar das Ziel ausgegeben, die Kosten bis Ende 2028 um 20% zu senken. Alle Marken sollen beitragen, Werksschließungen sind dabei nicht ausgeschlossen. Nach dem Konflikt Ende 2024 einigten sich Konzern und IG Metall zudem auf ein Sparpaket, das bis 2030 den Abbau von mehr als 35.000 Stellen in Deutschland vorsieht – vor allem über Vorruhestand und Abfindungen.

Am Markt spiegelt sich die abwartende Haltung: Die Vorzugsaktie schloss am Freitag bei 100,85 Euro, in den vergangenen 30 Tagen liegt sie mit -2,13% leicht im Minus. Auffällig ist der RSI von 27,8, der auf eine deutlich schwache kurzfristige Dynamik hindeutet.

Der nächste Fixpunkt ist klar terminiert: Am 10. März 2026 legt Volkswagen den Geschäftsbericht für 2025 vor und veranstaltet die Jahrespresse- und Investorenkonferenz. Neben den endgültigen Zahlen dürfte vor allem der Ausblick für 2026 entscheidend werden – zumal am 18. Juni 2026 auf der virtuellen Hauptversammlung über die Dividende für 2025 abgestimmt wird.

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