Gerresheimer Aktie: Bilanzdruck
Gerresheimer kommt nicht aus den Schlagzeilen: Die Verschiebung des Jahresabschlusses 2025 und angekündigte Bilanzierungsprobleme ziehen weitere Kurszielsenkungen nach sich. Gleichzeitig bleibt die Unsicherheit hoch, weil ein neuer Veröffentlichungstermin fehlt. Wie stark belasten die offenen Prüfungen die Bewertung – und warum reagieren Analysten jetzt so deutlich?
- Jahres- und Konzernabschluss 2025 verschoben (Ad-hoc vom 10. Februar)
- Untersuchungen zu Umsatzerfassung und Bilanzierungsfehlern laufen weiter
- Mehrere Analysten senken Kursziele teils deutlich
- Kurs auf 10-Jahres-Tief, Short-Quote laut Marktberichten bei rund 20%
Analysten kappen Kursziele
Heute haben gleich mehrere Häuser nachgelegt. Berenberg senkte das Kursziel von 30 auf 20 Euro, die Einstufung bleibt bei „Hold“. Deutsche Bank Research reduzierte das Kursziel von 34 auf 22 Euro – ebenfalls weiterhin „Hold“.
Bereits in der Vorwoche kamen weitere Einschnitte: Bernstein Research senkte auf 18,90 Euro und stufte auf „Underperform“ ab. Die DZ Bank reduzierte den fairen Wert auf 16 Euro und bleibt bei „Verkaufen“. Der gemeinsame Nenner: Solange die Bilanzfragen nicht sauber geklärt sind, bleibt die Visibilität gering – und das drückt auf die Bewertung.
Was hinter der Bilanzverschiebung steckt
Auslöser war die Ad-hoc-Mitteilung vom 10. Februar: Gerresheimer verschiebt die Veröffentlichung des Jahres- und Konzernabschlusses für 2025. Als Grund nennt das Unternehmen fortlaufende Untersuchungen zur Umsatzerfassung sowie Bilanzierungsfehler.
Für das Geschäftsjahr 2024 beziffert Gerresheimer den Korrekturbedarf auf rund 35 Millionen Euro beim Umsatz sowie etwa 24 Millionen Euro beim bereinigten EBITDA. Zusätzlich wurde eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für weitere Prüfungen beauftragt.
Parallel dazu hat das Unternehmen den Verkauf der US-Tochter Centor Inc. initiiert. Der Schritt ist Teil einer strategischen Neuausrichtung unter dem neuen Management; ein Führungswechsel erfolgte bereits im Oktober 2025. Für 2026 stellte Gerresheimer Umsätze von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent in Aussicht.
Kurs unter Druck – Short-Seller bleiben aktiv
Der Kurs rutschte am 11. Februar auf 18,70 Euro und markierte damit ein 10-Jahres-Tief. Heute lag die Aktie bei rund 19,37 Euro, etwa 3% unter dem Vortag. Auf Wochensicht verlor das Papier mehr als 20%, gegenüber dem 52‑Wochen‑Hoch von 84,15 Euro (März 2025) beträgt das Minus über 75%.
Mit dem Kursverfall schrumpfte die Marktkapitalisierung auf rund 677 Millionen Euro. Gleichzeitig bleibt das Leerverkäufer-Interesse laut Marktberichten hoch: Die Short-Quote wird auf etwa 20% beziffert – ein Signal, dass viele Marktteilnehmer weiter auf anhaltenden Druck setzen.
Bis zum nächsten Fixpunkt dürfte vor allem der Abschluss zählen: Nach Marktinformationen strebt Gerresheimer einen testierbaren Jahresabschluss bis Ende März 2026 an; eine offizielle Veröffentlichung könnte dann im April folgen – einen verbindlichen Termin hat das Unternehmen bislang nicht genannt.
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