Gerresheimer Aktie: Stolpersteine voraus?
Gerresheimer steckt in einer schweren Krise. Der Medizintechnik- und Verpackungsspezialist hat die Veröffentlichung seiner Jahresergebnisse verschoben und eine erweiterte Bilanzprüfung eingeleitet – die Aktie brach gestern daraufhin um bis zu 35 Prozent ein und fiel auf den tiefsten Stand seit 16 Jahren.
Hintergrund ist eine bereits seit September 2025 laufende Untersuchung der BaFin. Die Finanzaufsicht hatte den Verdacht geäußert, dass Gerresheimer Umsätze bei bestimmten Kundenverträgen zu früh verbuchte. Nun bestätigt das Unternehmen: Einzelne Mitarbeiter haben gegen interne Richtlinien und internationale Rechnungslegungsstandards (IFRS) verstoßen.
Massive Prognosesenkung schockt Investoren
Die Konsequenzen sind drastisch. Gerresheimer korrigierte seine Erwartungen für 2025 deutlich nach unten:
- EBITDA-Marge: Nur noch 16,5 bis 17,5 Prozent statt zuvor 18,5 bis 19,0 Prozent
- Umsatz: Rückgang am oberen Ende der Spanne von minus 2 bis minus 4 Prozent
- Ergebnis je Aktie: Einbruch im hohen zweistelligen Prozentbereich, möglicherweise negativ
Für 2026 rechnet das Unternehmen mit Erlösen zwischen 2,3 und 2,4 Milliarden Euro. Die ursprünglich für den 26. Februar geplante Bilanzvorlage wurde auf unbestimmte Zeit verschoben – ein neuer Termin steht nicht fest.
Notverkauf und Führungswechsel
Um die angeschlagene Bilanz zu stabilisieren, hat Gerresheimer den Verkaufsprozess für die US-Tochter Centor eingeleitet. Das Formglas-Geschäft bleibt hingegen im Portfolio – ein Verkauf ist für 2026 nicht vorgesehen.
Die Krise hat bereits personelle Spuren hinterlassen: CEO Dietmar Siemssen musste nach mehreren Gewinnwarnungen gehen, CFO Bernd Metzner war bereits Monate zuvor zurückgetreten. Kepler Cheuvreux setzte die Bewertung der Aktie auf "Under Review" – Analyst Oliver Reinberg verwies auf "neue Enttäuschungen und Unsicherheiten" durch die Verschuldungssituation.
Vertrauen schwer beschädigt
Der Kurseinbruch drückte die Aktie zeitweise auf das Niveau von August 2009. Für Anleger ist vor allem die Unsicherheit belastend: Solange die erweiterte Prüfung läuft und kein neuer Bilanztermin feststeht, bleibt unklar, welche weiteren Altlasten noch ans Licht kommen könnten. Die zweite beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft untersucht die Geschäftsjahre 2024 und 2025 im Detail.
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