Bei RWE prallen gerade zwei Kräfte aufeinander: Operativ liefert der Konzern neue Langfristverträge im Offshore-Windgeschäft – an der Börse dagegen wächst die Skepsis, ob nach der starken Rally noch viel Luft nach oben bleibt. Genau das spiegelt die Herabstufung durch Bernstein wider. Wie belastbar ist die Unterstützung für den Kurs, wenn gute Nachrichten bereits „mitbezahlt“ sind?

Bernstein bremst – trotz höherem Kursziel

Bernstein hat die Einstufung von „Outperform“ auf „Market-Perform“ gesenkt. Die Begründung: Das erwartete Wachstum sei im Kurs inzwischen weitgehend reflektiert, Chancen und Risiken hielten sich aus Sicht der Analystin die Waage.

Interessant ist der Spagat in der Beurteilung: Das Kursziel wurde zwar auf 55 Euro angehoben. Gleichzeitig lag das Papier erst Anfang Februar nahe am Jahreshoch – aktuell beträgt der Abstand zum 52‑Wochen‑Hoch von 54,48 Euro rund -7,31%. Die Aktie schloss heute bei 50,50 Euro und liegt damit in den letzten sieben Tagen bei -5,71%.

Offshore-Wind: Amazon sichert 110 MW

Auf der operativen Seite kommt Rückenwind aus der Nordsee: RWE hat mit Amazon einen Stromabnahmevertrag (PPA) über 110 Megawatt aus dem Offshore-Windpark Nordseecluster B geschlossen. Solche PPAs sind für Projektfinanzierung und Planbarkeit zentral – sie machen künftige Erlöse greifbarer, bevor die Anlagen überhaupt am Netz sind.

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Wichtige Fakten zum Deal:

  • PPA-Volumen: 110 MW aus Nordseecluster B
  • Geplante Inbetriebnahme: 2029
  • Projektstruktur: RWE 51%, Norges Bank Investment Management 49%
  • Einordnung: baut auf einer strategischen Rahmenvereinbarung von Juni 2025 auf (inkl. AWS-Cloud- und KI-Services für RWE)

Nordseecluster und Rückkauf: Substanz, aber Kursmaßstab hoch

Das Nordseecluster zählt zu den größten Offshore-Vorhaben in deutschen Gewässern: Nordseecluster A (660 MW) ist im Bau und soll Anfang 2027 starten, Nordseecluster B (900 MW) folgt 2029. In Summe geht es um 1,56 Gigawatt – eine Größenordnung, die erklärt, warum der Markt dem Ausbau der Erneuerbaren viel Bedeutung beimisst.

Parallel läuft das Aktienrückkaufprogramm weiter: In der Woche 2. bis 6. Februar 2026 kaufte RWE 389.257 Aktien zurück. Seit Start der dritten Tranche am 3. Dezember 2025 summiert sich das auf 3.744.006 Aktien. Das Gesamtprogramm ist auf bis zu 1,5 Mrd. Euro angelegt und läuft bis ins zweite Quartal 2026.

Unterm Strich passt das Bild zum Chart: Trotz der jüngsten Delle steht die Aktie über ihren gleitenden Durchschnitten (200 Tage: 41,13 Euro, Abstand rund +22,77%). Der Rücksetzer nach der Bernstein-Abstufung wirkt damit weniger wie ein Bruch – eher wie ein Test, ob der Markt nach der starken 12‑Monats‑Performance von +76,20% neue Argumente für die nächste Etappe verlangt.

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