Alphabet liefert operativ starke Zahlen – und trotzdem wirkt die Aktie zuletzt schwerfällig. Der Grund liegt weniger im Tagesgeschäft als in zwei Dauerthemen, die Anleger nervös machen: sehr hohe geplante Investitionen und neuer Ärger mit EU-Regulierern. Wie passt das zusammen?

Starke Zahlen – schwächerer Kurs

Im vierten Quartal 2025 hat Alphabet die Erwartungen bei Gewinn und Umsatz übertroffen. Der Gewinn je Aktie lag laut MarketBeat bei 2,82 US-Dollar (Konsens: 2,57), der Umsatz bei 113,83 Mrd. US-Dollar.

Besonders auffällig: Google Cloud. Die Sparte steigerte den Quartalsumsatz um 48% auf 17,66 Mrd. US-Dollar. Gleichzeitig wuchs der Cloud-Backlog laut Unternehmensunterlagen um 55% gegenüber dem Vorquartal auf 240 Mrd. US-Dollar – ein Hinweis auf anhaltend hohe Nachfrage von Unternehmenskunden.

Auf Jahressicht meldete Alphabet 402,8 Mrd. US-Dollar Umsatz und 10,81 US-Dollar Gewinn je Aktie, was einem Umsatzplus von 17% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Milliarden-Anleihe für die KI-Offensive

Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgt eine ungewöhnlich große Anleiheemission: Alphabet platzierte laut Reuters/Bloomberg Anleihen im Umfang von rund 31,5 Mrd. US-Dollar in mehreren Währungen – inklusive einer seltenen 100-jährigen Sterling-Anleihe. Diese Century-Bond-Tranche (1 Mrd. Pfund) soll laut Bloomberg auf starkes Interesse gestoßen sein, mit Bestellungen von rund 9,5 Mrd. Pfund.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Alphabet?

Der Kern dahinter: Alphabet will die geplanten Investitionen 2026 auf 175 bis 185 Mrd. US-Dollar hochfahren, vor allem für KI-Rechenkapazität und Cloud-Infrastruktur. Genau dieser CapEx-Ausblick drückt laut Quelltext auf die Stimmung, weil Anleger die Folgen für den Free Cashflow fürchten – gerade in einem Umfeld, in dem viele große Tech-Konzerne gleichzeitig massiv KI-Infrastruktur aufbauen.

Zum Kursbild passt das: In den letzten 30 Tagen liegt die Aktie mit -22,17% deutlich im Minus.

EU nimmt Werbeauktionen ins Visier

Zusätzlich kommt regulatorischer Gegenwind aus Europa. Die EU-Kommission hat laut Bloomberg/Reuters am 12. Februar eine neue Kartelluntersuchung zu Googles Praktiken bei Suchanzeigen-Auktionen gestartet. In einem Schreiben der Kommission heißt es demnach, es bestehe der Verdacht, dass der „Clearing Price“ der Auktionen künstlich erhöht werde – zum Nachteil der Werbekunden.

Das reiht sich in bestehende EU-Verfahren ein. Alphabet steht dort bereits seit Jahren unter Beobachtung und war in der Vergangenheit mit Milliardenstrafen konfrontiert.

Gemini und Waymo: Skalierung läuft weiter

Operativ treibt Alphabet seine KI- und Mobilitätsprojekte weiter voran. Die KI-Plattform Gemini kommt laut MarketBeat auf 750 Mio. monatlich aktive Nutzer; über die API werden demnach mehr als 10 Mrd. Tokens pro Minute verarbeitet. Zudem habe Alphabet die Serving-Kosten von Gemini 2025 durch Modelloptimierungen um 78% gesenkt.

Parallel rollt Waymo die sechste Generation seines autonomen Fahrsystems aus und will in weitere Städte expandieren – inklusive geplanter Starts in Tokio und London.

Am Ende bleibt damit ein klares Spannungsfeld: Alphabet zeigt starke operative Dynamik, doch die Aktie reagiert empfindlich auf zwei Faktoren, die kurzfristig schwer kalkulierbar sind – die Kapitalintensität der KI-Investitionen (175–185 Mrd. US-Dollar CapEx für 2026) und die neue EU-Kartellprüfung zu Werbeauktionen.

Alphabet-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Alphabet-Analyse vom 16. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Alphabet-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Alphabet-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Alphabet: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...