Massive Verunsicherung statt Wachstumskurs: Der Verpackungsspezialist hat Investoren mit der unbestimmten Verschiebung des Jahresabschlusses 2025 kalt erwischt. Aufgedeckte Regelverstöße bei der Bilanzierung und drohende Wertberichtigungen in Millionenhöhe ließen den Kurs am Mittwoch um über 30 Prozent kollabieren. Ist das Vertrauen nachhaltig zerstört?

Die Kernfaktoren der Krise:
* Verschiebung: Der Jahresabschluss für 2025 erscheint nicht wie geplant am 26. Februar.
* Verstöße: Mitarbeiter missachteten interne Richtlinien und IFRS-Regeln bei der Umsatzerfassung.
* Belastung: Wertminderungen von bis zu 240 Millionen Euro für 2025 angekündigt.

Interne Regelverstöße bestätigt

Der Auslöser für den Kurssturz auf ein neues 52-Wochen-Tief von 18,67 Euro liegt tief in den Bücher des Unternehmens. Gerresheimer bestätigte, dass interne Hinweise Unregelmäßigkeiten bei der Erfassung von Umsatzerlösen und der Bewertung von Vorräten in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 aufgedeckt haben. Eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurde hinzugezogen, um das Ausmaß der Verstöße gegen IFRS-Vorschriften zu untersuchen. Erste personelle Konsequenzen wurden bereits gezogen.

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Der Absturz markiert das vorläufige Ende einer Abwärtsspirale: Noch im Februar 2025 notierte das Papier – getrieben von Übernahmefantasien – bei rund 80 Euro.

Teure Aufräumarbeiten

Die finanziellen Auswirkungen sind gravierend. Für das Jahr 2024 muss der Konzern den Umsatz um rund 35 Millionen Euro und das bereinigte EBITDA um 24 Millionen Euro nach unten korrigieren. Noch schwerer wiegen die Lasten für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025: Hier erwartet das Management nicht-zahlungswirksame Wertminderungen zwischen 220 und 240 Millionen Euro.

Betroffen sind vor allem Technologieprojekte der Tochter Sensile Medical sowie Vermögenswerte in den USA. Als direkte Konsequenz der Transformationspläne wird das Werk in Chicago Heights Ende 2026 geschlossen.

Notverkauf als Rettungsanker?

Um die Bilanz zu stabilisieren und die Finanzierungsstruktur zu retten, plant das Management den Verkauf der US-Tochter Centor Inc. Die Investmentbank Morgan Stanley soll den Prozess noch in diesem Jahr zum Abschluss bringen. Trotz eines erwarteten schwachen ersten Halbjahres hält Gerresheimer für 2026 an einem Umsatzziel von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro und einer EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent fest. Ob diese Prognosen angesichts der aktuellen Turbulenzen Bestand haben, hängt nun maßgeblich von der schnellen Aufklärung der Bilanzierungsfehler und dem erfolgreichen Verkauf der US-Sparte ab.

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