Fiserv sichert sich eine wichtige Partnerschaft in Kanada, während der Payment-Riese unter Druck eines aktivistischen Investors steht und mit schwächelndem Wachstum kämpft. Die jüngsten Quartalszahlen schlagen zwar die Erwartungen – doch der Ausblick dämpft die Stimmung.

Kanada-Deal stärkt strategische Position

Peoples Group, ein kanadisches Finanzdienstleistungsunternehmen mit Bank- und Treuhand-Lizenz, gab am 25. Februar 2026 eine strategische Partnerschaft mit Fiserv bekannt. Die Technologie ermöglicht Echtzeitzahlungen, eine hochverfügbare Infrastruktur und die Nutzung von ISO 20022-Datenstandards durch direkte Anbindung an Kanadas zentrale Zahlungssysteme.

Für Peoples Group ist das eine der größten Technologie-Investitionen der Unternehmensgeschichte. Die modernisierte Infrastruktur basiert auf Fiservs DNA®-Kernplattform in der Public Cloud und bereitet die Bank auf den Start von Payments Canadas Real-Time Rail vor – einem neuen Echtzeit-Zahlungssystem.

Fiserv baut damit seine Präsenz im zweitgrößten nordamerikanischen Markt systematisch aus. 2024 hatte das Unternehmen bereits das Torontoer Fintech Payfare übernommen, 2025 folgte eine mehrjährige Partnerschaft mit Kanadas zweitgrößter Bank.

Die Aktie legte am Mittwoch um 3,59 Prozent auf 61,25 Dollar zu.

Quartalszahlen überzeugen nur teilweise

Fiserv übertraf im vierten Quartal 2025 die Gewinn- und Umsatzerwartungen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,51 Dollar, für das Gesamtjahr bei 6,34 Dollar – ein Plus von 18 Prozent gegenüber 2024.

Doch das Umsatzwachstum schwächelt: Im vierten Quartal stieg der Erlös nur um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2026 erwartet das Management maximal drei Prozent Wachstum, nach vier Prozent in 2025. Beim Gewinn je Aktie rechnet Fiserv mit 8,00 bis 8,30 Dollar – ein Rückgang gegenüber den 8,64 Dollar aus 2025.

Der Umsatz kletterte 2025 auf 21,19 Milliarden Dollar, ein Plus von 3,6 Prozent. Der Gewinn stieg um 11,15 Prozent auf 3,48 Milliarden Dollar. Der freie Cashflow belief sich auf 4,4 Milliarden Dollar.

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Problematisch: Die Kosten stiegen 2025 um 5,4 Prozent – schneller als die Erlöse. Dieser Trend soll sich 2026 fortsetzen.

Jana Partners steigt ein

Der aktivistische Investor Jana Partners hat laut Wall Street Journal eine Position bei Fiserv aufgebaut und drängt auf Veränderungen zur Steigerung des schwächelnden Aktienkurses.

Jana hat demnach bereits Gespräche mit Fiserv-CEO Mike Lyons geführt. Die Investoren argumentieren, dass das Unternehmen von einer robusten Ausgabenbereitschaft im Bankensektor profitieren könnte. Jana unterstützt Lyons' Bemühungen, die operative Umsetzung zu verbessern und den Vorstand zu erneuern.

Lyons übernahm die Führung von PNC im vergangenen Jahr, nachdem sein Vorgänger Frank Bisignano zum Leiter der US-Sozialversicherungsbehörde ernannt wurde.

Analysten werden vorsichtiger

Die Analystengemeinde reagiert zurückhaltend: B. Riley Securities senkte das Kursziel am 23. Februar auf 69 Dollar bei neutraler Einstufung. Analyst Hal Goetsch begründete dies mit der Erwartung mehrerer Quartale mit rückläufigem Gewinn je Aktie. Auch UBS (Ziel: 70 Dollar) und Citigroup (68 Dollar) stuften ihre Erwartungen herunter – beide mit Neutral-Rating.

Technisch zeigt sich die Aktie schwach: Sie notiert 0,8 Prozent unter dem 20-Tage-Durchschnitt, 6,5 Prozent unter dem 50-Tage-Schnitt und deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt.

Management krempelt Führung um

Fiserv hat im Rahmen eines überarbeiteten Wachstumsplans zwei Chief Revenue Officers und einen neuen globalen Leiter für Geschäftsentwicklung ernannt. Die Maßnahmen zielen darauf ab, den Umsatzfokus zu schärfen und die Kundenbeziehungen zu stärken.

CEO Lyons entwickelt zudem eine Strategie, um mehr KI ins Geschäft zu integrieren. Im Februar stellte Fiserv außerdem INDX vor – eine Echtzeit-Abrechnungsplattform für Digital-Asset-Unternehmen.

Neustart unter Beobachtung

Die Kanada-Partnerschaft zeigt, dass Fiservs Kern-Technologie für Banken und Fintechs relevant bleibt. Doch der Druck durch Jana Partners und die gemischten Analystenstimmen bedeuten: Investoren werden genau beobachten, wie schnell die Initiativen in sauberes Wachstum münden.

Das organische Umsatzwachstum für 2026 liegt zwischen ein und drei Prozent – deutlich unter den historisch niedrig-zweistelligen Raten. Am 28. April folgen die Zahlen für das erste Quartal 2026.

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