Netflix beendet das monatelange Bietergefecht um Warner Bros. Discovery – und kassiert dafür eine Abstandszahlung von 2,8 Milliarden Dollar. Die Aktie reagiert mit einem der stärksten Kurssprünge der jüngeren Vergangenheit. Am 27. Februar schoss der Titel um 12,8 Prozent nach oben und schloss bei 93,23 Dollar.

Die Entscheidung der Co-CEOs Ted Sarandos und Greg Peters, aus dem Übernahmepoker auszusteigen, wird an der Wall Street als Zeichen finanzieller Disziplin gewertet. Paramount Skydance Corp. sicherte sich daraufhin den Zuschlag für Warner Bros. Discovery mit einem Gebot von 111 Milliarden Dollar.

Warum Netflix den Rückzug antrat

Im Dezember hatte Netflix Warner Bros. Discovery noch für 27,75 Dollar je Aktie kaufen wollen – ein Deal über die Studio- und Streaming-Sparten im Wert von 82,7 Milliarden Dollar. Doch Paramount konterte diese Woche mit einem erweiterten Angebot von 31 Dollar pro Aktie, das auch das schwächelnde Kabelgeschäft umfasst.

Für die Netflix-Führung war damit eine Grenze überschritten. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es: "Die Transaktion, die wir verhandelt hatten, hätte Shareholder Value geschaffen und einen klaren Weg zur Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden eröffnet. Doch wir waren schon immer diszipliniert – und zu dem Preis, der nötig gewesen wäre, um Paramounts jüngstes Angebot zu toppen, ist der Deal nicht mehr finanziell attraktiv."

Die 2,8 Milliarden Dollar Ausstiegsgebühr landen direkt in der Bilanz. Netflix kündigte zudem an, das Aktienrückkaufprogramm wieder aufzunehmen und sich auf die geplanten 20 Milliarden Dollar Content-Investitionen zu konzentrieren.

Analysten sehen keinen Rückschlag

Die Reaktion der Experten fiel eindeutig aus. Laurent Yoon von Bernstein bezeichnete den Ausstieg als klugen Schachzug, keineswegs als Niederlage. Huber Research hob die Aktie von Neutral auf Overweight an – Begründung: die "richtige Entscheidung".

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KeyBanc-Analysten wiesen darauf hin, dass die kartellrechtlichen Hürden für den Paramount-Warner-Deal erheblich sind. Sollte das Vorhaben scheitern, könnte Netflix Warner Studios und HBO Max später zu günstigeren Konditionen übernehmen.

Das Handelsvolumen am 27. Februar belief sich auf 88,18 Millionen Aktien – fast das Doppelte des Tagesdurchschnitts von 47,06 Millionen.

Starkes operatives Fundament

Netflix steht operativ auf solidem Boden. 2025 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von rund 45,2 Milliarden Dollar bei einer operativen Marge von 29,5 Prozent. Die Zahl der zahlenden Abonnenten überschritt die Marke von 325 Millionen.

Besonders das "Standard mit Werbung"-Abo entwickelt sich zum Erfolgsmodell: 94 Millionen aktive Nutzer monatlich sorgen für zusätzliche Werbeeinnahmen mit hohen Margen. Durch Live-Events wie WWE Monday Night Raw und NFL-Spiele an Weihnachten erschließt Netflix zudem Premium-Werbeformate, die höhere Preise ermöglichen und die Abwanderung reduzieren.

Freie Bahn für organisches Wachstum

Der Paramount-Warner-Deal dürfte auf erheblichen kartellrechtlichen Widerstand der FTC stoßen. Experten rechnen mit einem Prüfverfahren von bis zu 18 Monaten. Diese Zeit kann Netflix nutzen, um Marktanteile zu gewinnen, während die Konkurrenz mit Integrationsaufgaben beschäftigt ist.

Die Kursentwicklung der vergangenen zwei Jahre verlief volatil: Von Mitte 50 Dollar Anfang 2024 kletterte die Aktie bis Juni 2025 über 130 Dollar, korrigierte dann aber wieder Richtung 80 Dollar. Die 52-Wochen-Spanne reicht von 75,01 bis 134,12 Dollar.

Mit der Abstandszahlung in der Tasche, einem intakten Content-Budget und wachsendem Werbegeschäft startet Netflix in die nächste Phase – ohne die Integrationslast, die nun auf den Wettbewerbern lastet.

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