Hensoldt Aktie: Umsetzung entscheidet
Hensoldt hat historische Zahlen präsentiert – der Auftragseingang schoss um 62 Prozent nach oben, die Margen blieben stabil. Trotzdem reagierte die Börse mit Abschlägen. Der Grund: Anleger bezweifeln nicht die Nachfrage, sondern die Geschwindigkeit der Umsetzung. Kann der Rüstungselektroniker die Rekordaufträge in Umsatz verwandeln?
Zahlen erfüllt, aber nicht übertroffen
Der Umsatz kletterte 2025 auf 2,46 Milliarden Euro, verfehlte aber knapp den Konsens von 2,50 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA erreichte 452 Millionen Euro bei einer Marge von 18,4 Prozent – solide, aber ohne Überraschungseffekt. Bei einer bereits ambitionierten Bewertung reichte das vielen Investoren nicht aus.
Das eigentliche Highlight steckt woanders: Der Auftragseingang explodierte auf 4,71 Milliarden Euro – fast doppelt so hoch wie der Jahresumsatz. Das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,9x signalisiert, dass deutlich mehr Aufträge hereinkommen, als aktuell abgearbeitet werden können. Der Auftragsbestand türmt sich auf 8,83 Milliarden Euro.
Kapazität als Flaschenhals
Genau hier setzt die Skepsis an. Im vierten Quartal wurde deutlich: Die strukturelle Nachfrage ist da, aber Hensoldt kann seine Produktion nicht im Eilverfahren hochfahren. Geplante Investitionen von rund einer Milliarde Euro bis 2027 sollen die Kapazitäten erweitern – doch das braucht Zeit.
Für 2026 peilt das Management einen Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro an, ein Plus von gut zwölf Prozent. Die EBITDA-Marge soll leicht auf 18,5 bis 19 Prozent steigen. Von einem Gewinnsprung kann keine Rede sein.
Kontinuität an der Spitze
Der Aufsichtsrat verlängerte den Vertrag von CEO Oliver Dörre vorzeitig bis Ende 2031. Das Signal kam zeitgleich mit der Zahlenvorlage – eine demonstrative Geste des Vertrauens. Zudem kündigten Hensoldt und Schwarz Digits Mitte Februar eine strategische Cloud-Kooperation an, die auf der ILA im Juni präsentiert werden soll.
Die Dividende steigt um zehn Prozent auf 0,55 Euro je Aktie. Ein Zeichen der Zuversicht, aber auch eine Erwartung an künftige Cashflows.
Vom Auftrag zum Umsatz
Die Hensoldt-Aktie hat seit Anfang 2024 eine beeindruckende Neubewertung erlebt – von gut 30 Euro auf zeitweise über 110 Euro im Oktober 2025. Seitdem läuft eine Konsolidierung, die Aktie notiert aktuell im mittleren 70-Euro-Bereich.
Der Markt honoriert nicht allein Aufträge, sondern deren zuverlässige Abarbeitung. Hensoldt steht vor der Aufgabe, den politischen Rückenwind in operativen Erfolg zu übersetzen. Die Guidance für 2026 ist gesetzt, die CEO-Führung langfristig gesichert. Ob die Rekordaufträge zur nachhaltigen Kursfantasie werden, entscheidet sich an der Lieferfähigkeit – nicht am Orderbuch.
Hensoldt-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Hensoldt-Analyse vom 28. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Hensoldt-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Hensoldt-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Hensoldt: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








