Der angeschlagene Fintech-Riese Fiserv sendet nach einer langen Talfahrt ein Lebenszeichen. Eine strategische Partnerschaft in Kanada sorgte diese Woche für eine kurzzeitige Kurserholung. Doch im Hintergrund wächst der Druck: Während das Wachstum stagniert, fordert nun ein aktivistischer Investor tiefgreifende Veränderungen beim Management.

Kanadische Allianz treibt Kurs

Die Peoples Group, ein kanadischer Finanzdienstleister, kündigte am 25. Februar eine umfassende Partnerschaft mit Fiserv an. Ziel der Kooperation ist die Modernisierung der Zahlungsinfrastruktur im Hinblick auf Kanadas kommendes Echtzeit-System „Real-Time Rail“. Die Technologie soll Kunden sofortige Zahlungen und eine verbesserte Datenverarbeitung ermöglichen.

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Für die Peoples Group handelt es sich um eine der größten Technologie-Investitionen der Unternehmensgeschichte. An der Börse wurde der Schritt honoriert: Die Fiserv-Papiere legten zur Wochenmitte um gut 3,6 Prozent zu und unterbrachen damit den jüngsten Abwärtstrend.

Fundamentale Schwäche bleibt

Trotz des Kurssprungs bleibt die operative Lage angespannt. Die jüngsten Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 offenbarten ein schwaches organisches Umsatzwachstum von lediglich einem Prozent im vierten Quartal. Auch der Ausblick enttäuscht: Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management lediglich eine Umsatzausweitung zwischen einem und drei Prozent.

Analysten reagierten prompt auf die verhaltenen Prognosen. Experten von B. Riley, UBS und Citigroup senkten ihre Kursziele und verwiesen auf mögliche Gewinnrückgänge in den kommenden Quartalen. Einziger Lichtblick bleibt der starke Free Cash Flow, der im Geschäftsjahr 2025 bei rund 4,4 Milliarden US-Dollar lag.

Activist Investor fordert Wende

In diese Gemengelage mischt sich nun Jana Partners ein. Der bekannte aktivistische Investor hat sich laut Berichten des Wall Street Journal an Fiserv beteiligt und drängt auf Maßnahmen zur Steigerung des Aktienkurses. Jana führt bereits Gespräche mit der Unternehmensführung.

Der Investor unterstützt offenbar den Kurs des neuen CEOs Mike Lyons, fordert jedoch eine Erneuerung des Aufsichtsrats und eine konsequentere Umsetzung der Strategie. Lyons, der erst im vergangenen Jahr von PNC zu Fiserv wechselte, steht unter Zugzwang. Sein im Oktober 2025 vorgestellter „One Fiserv“-Plan soll durch besseren Kundenservice und Innovationen die Wende bringen.

Chartbild weiterhin angeschlagen

Der Blick auf den Chart verdeutlicht die Dramatik der Situation: Nach einem Allzeithoch von knapp 239 US-Dollar vor einem Jahr notiert die Aktie heute unter 60 US-Dollar – ein Einbruch von rund 75 Prozent. Allein nach den katastrophalen Zahlen zum dritten Quartal 2025 hatte sich der Kurs fast halbiert.

Aktuell handelt das Papier unter den wichtigen gleitenden Durchschnitten der letzten 20, 50 und 200 Tage. Analysten bleiben skeptisch und erwarten eine Seitwärtsbewegung, bis konkrete Fortschritte bei der Neuausrichtung sichtbar werden. Der nächste wichtige Termin für Anleger ist der 28. April 2026, wenn Fiserv die Bücher für das erste Quartal öffnet.

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