Fiserv setzt in einer angespannten Phase auf einen neuen Impuls: Eine strategische Partnerschaft in Kanada soll den Ausbau moderner Zahlungsinfrastruktur vorantreiben. Gleichzeitig bleibt die Stimmung rund um den Titel vorsichtig – nicht zuletzt wegen aktivistischer Investoren und gedämpfter Erwartungen an die Gewinnentwicklung. Kann der Deal den zuletzt wackligen Kursverlauf zumindest kurzfristig stabilisieren?

Kanada-Deal als Kurstreiber

Peoples Group, ein kanadisches Finanzhaus mit Bank- und Trust-Geschäft, hat Fiserv als Technologiepartner für eine „Next-Generation“-Payment-Plattform ausgewählt. Zum Einsatz kommen laut Mitteilung die Enterprise Payments Platform sowie das Kernbankensystem DNA – beides in der Public Cloud betrieben.

Die Technik soll unter anderem Echtzeitzahlungen ermöglichen, eine „Always-on“-Infrastruktur bereitstellen und ISO-20022-Datenanbindung über direkte Verbindungen zu den großen kanadischen Zahlungssystemen liefern. Peoples Group spricht von einer der größten Technologieinvestitionen in der eigenen Unternehmensgeschichte. Fiserv-Manager Sayantan Chakraborty bezeichnete Peoples Group in dem Zusammenhang als einen Innovationstreiber im kanadischen Finanz-Ökosystem.

An der Börse sorgte die Nachricht am Mittwoch für Rückenwind: Die Aktie legte um rund 3,5% zu und notierte im Bereich von 61,18 US-Dollar. Das Handelsvolumen lag bei über 7 Millionen Aktien.

Auffällige Bewegung im Optionshandel

Parallel zum Kursanstieg zog auch der Derivatehandel deutlich an. Am Mittwoch wurden laut Daten von MarketBeat 43.453 Call-Optionen gekauft – rund 80% mehr als das übliche durchschnittliche Tagesvolumen von 24.172 Calls. Das deutet auf spürbar erhöhtes kurzfristiges Interesse an der weiteren Kursrichtung hin.

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Analysten bleiben zurückhaltend – Aktivist erhöht Druck

Trotz der Partnerschaft hat sich der Analystenton zuletzt eher eingetrübt. Laut Benzinga kommt Fiserv derzeit auf ein Konsensrating „Hold“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 77,43 US-Dollar. Mehrere Häuser senkten in den vergangenen Wochen ihre Ziele, jeweils bei „Neutral“:
- B. Riley Securities: 69 US-Dollar (zuvor 72; Anpassung am Montag)
- UBS: 70 US-Dollar (Anpassung am 11. Februar)
- Citigroup: 68 US-Dollar (Anpassung am 11. Februar)

B. Riley begründete die vorsichtigere Sicht laut Motley Fool mit der Erwartung mehrerer Quartale mit rückläufigem Gewinn je Aktie im Jahresvergleich; eine Erholung werde erst ab 2027 gesehen.

Zusätzliche Brisanz brachte außerdem Jana Partners: Der aktivistische Investor meldete laut Reuters einen Anteil von unter 1% nach dem Kauf von 2,2 Millionen Aktien (Mitteilung am 17. Februar). Jana drängt demnach auf eine schnellere Expansion des Core-Banking-Geschäfts und eine strategische Überprüfung, die auch den Verkauf nicht zum Kerngeschäft zählender Aktivitäten umfassen könnte. Fiserv bestätigte gegenüber Reuters den Austausch mit Aktionären, einschließlich Jana Partners, und verwies auf den „One Fiserv“-Aktionsplan.

Zahlen liefern Licht und Schatten

Belastend wirkte zuletzt auch der Blick nach vorn, obwohl die Q4-Zahlen operativ besser ausfielen als erwartet. Für das vierte Quartal 2025 meldete Fiserv laut MarketBeat ein bereinigtes EPS von 1,99 US-Dollar (Konsens: 1,90) bei 4,90 Mrd. US-Dollar Umsatz (erwartet: 4,78 Mrd.). Gleichzeitig sank der GAAP-Gewinn laut den von Intellectia zitierten Nasdaq.com-Daten auf 811 Mio. US-Dollar bzw. 1,51 US-Dollar je Aktie (Vorjahr: 938 Mio. bzw. 1,64 US-Dollar je Aktie).

Entscheidend für die Skepsis vieler Beobachter war die Prognose: Die EPS-Guidance für das Geschäftsjahr 2026 liegt bei 8,00 bis 8,30 US-Dollar und damit unter dem damaligen Analystenkonsens von 8,20 US-Dollar. Zudem wuchs der Umsatz im vierten Quartal nur um 0,6% gegenüber dem Vorjahr; für 2026 wird laut Motley Fool ein Umsatzwachstum von maximal 3% erwartet, nach 4% in 2025.

Im Fokus bleibt damit, ob die neuen Initiativen – inklusive des Kanada-Ausbaus – in einem von Fiserv selbst als Übergangsjahr bezeichneten 2026 schnell genug Wirkung zeigen, während parallel der Druck durch Jana Partners und die jüngsten Kurszielsenkungen anhält.

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