Der französische Satellitenbetreiber Eutelsat vollzieht derzeit einen radikalen Umbau, der sich in den Halbjahreszahlen für 2025-26 deutlich niederschlägt. Während das klassische TV-Geschäft weiter an Boden verliert, entwickelt sich die Sparte für erdnahe Satelliten (LEO) zum dynamischen Wachstumsmotor. Gleichzeitig gelang dem Konzern durch eine massive Entschuldung eine signifikante Stabilisierung der Bilanz.

Hier sind die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:

  • Umsatztreiber: Das LEO-Segment (OneWeb) wuchs währungsbereinigt um knapp 60 Prozent.
  • Schuldenabbau: Die Nettoverschuldung wurde dank einer Kapitalerhöhung mehr als halbiert.
  • Ergebnisverbesserung: Der Nettoverlust verringerte sich drastisch auf 236,5 Millionen Euro (Vorjahr: -873,2 Millionen Euro).

Zwei Welten in einer Bilanz

Die vorgelegten Zahlen verdeutlichen die Transformation des Geschäftsmodells. Der Gesamtumsatz blieb im ersten Halbjahr (Juli bis Dezember 2025) währungsbereinigt stabil, obwohl das traditionelle Videogeschäft unter Sanktionen und strukturellen Marktveränderungen leidet. Kompensiert wurde diese Schwäche durch die LEO-Sparte, die inzwischen rund 20 Prozent der Konzernerlöse beisteuert.

Dieser Produktmix-Wechsel hinterlässt jedoch Spuren in der Profitabilität. Da die LEO-Sparte sich noch in der Hochlaufphase befindet, sank die bereinigte EBITDA-Marge von 55,2 auf 52,1 Prozent. Dennoch konnte Eutelsat den Nettoverlust massiv eindämmen, da im Gegensatz zum Vorjahr keine hohen Abschreibungen auf den Firmenwert das Ergebnis belasteten.

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Bilanzielle Neuaufstellung

Neben der operativen Entwicklung steht die finanzielle Restrukturierung im Fokus. Durch eine im Dezember 2025 durchgeführte Kapitalerhöhung über 1,5 Milliarden Euro sank die Nettoverschuldung auf 1,3 Milliarden Euro. Der Verschuldungsgrad (Net debt/EBITDA) verbesserte sich von kritischen 3,92x auf solide 2,00x.

Diese finanzielle Entspannung ist besonders wichtig, da der geplante Verkauf der passiven Bodeninfrastruktur an EQT im Januar 2026 am Veto der französischen Regierung scheiterte. Die fehlenden Erlöse von 550 Millionen Euro werden durch eine neue Exportkreditfinanzierung aufgefangen. Diese Kreditlinie über knapp eine Milliarde Euro, die am 11. Februar finalisiert wurde, ist staatlich garantiert und sichert die weitere Beschaffung von Satelliten bei Airbus.

Operativer Ausblick bestätigt

Um die Kontinuität der OneWeb-Konstellation zu gewährleisten, hat das Management die Satellitenbestellungen auf 440 Einheiten aufgestockt. Ein gestern verkündeter Deal mit dem Mediendienstleister Viewsat für den ägyptischen Markt unterstreicht zudem, dass auch das klassische Geschäft in Nischenmärkten weiterhin gepflegt wird.

Das Management bestätigt die Prognose für das laufende Geschäftsjahr: Die LEO-Umsätze sollen um rund 50 Prozent steigen, während die Investitionen leicht auf 900 Millionen Euro sinken. Langfristig visiert der Konzern für das Geschäftsjahr 2028-29 einen Umsatzkorridor von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro bei einer EBITDA-Marge von mindestens 65 Prozent an.

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