Wenn Covestro heute den Jahresbericht 2025 vorlegt, blicken Anleger weniger auf operative Kennzahlen, sondern auf das Ende einer Ära. Inmitten des laufenden Squeeze-out-Verfahrens durch XRG und dem jüngst angekündigten Rückzug von CEO Markus Steilemann gerät die reine Bilanz fast zur Nebensache. Doch was bedeutet dieser radikale Umbau konkret für die verbliebenen Minderheitsaktionäre und die Zukunft des Konzerns?

Zahlenwerk im schwierigen Umfeld

Das Geschäftsjahr 2025 erwies sich für den Leverkusener Werkstoffhersteller als Belastungsprobe. Bereits im Oktober mussten die Erwartungen deutlich nach unten korrigiert werden. Analysten rechnen für das Gesamtjahr mit einem Umsatz von rund 13 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahr noch 14,2 Milliarden Euro in den Büchern standen.

Verantwortlich für diese Entwicklung waren vor allem ein allgemein schwaches Preisniveau in der Chemiebranche und ungünstige Wechselkurseffekte. Hinzu kam ein kostspieliger Produktionsstopp am Standort Dormagen, der das operative Ergebnis (EBITDA) allein mit bis zu 150 Millionen Euro belastete. Um gegenzusteuern, forcierte das Management das Sparprogramm STRONG, das Einsparungen von rund 250 Millionen Euro realisieren sollte.

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Radikaler Umbau der Führungsspitze

Die eigentliche Nachricht liegt jedoch in der Neuaufstellung des Managements unter dem neuen Eigentümer XRG (ehemals ADNOC-Tochter). Erst am 23. Februar gab Covestro bekannt, dass CEO Markus Steilemann seinen bis Mai 2028 laufenden Vertrag nicht verlängern wird. Dieser Schritt folgt auf die bereits im Dezember angekündigte Demission von Finanzvorstand Christian Baier zum September 2026.

Diese Personalrochaden vollziehen sich vor dem Hintergrund der faktischen Übernahme. XRG hält mittlerweile rund 95,10 Prozent des Grundkapitals und hat am 9. Januar das Squeeze-out-Verfahren eingeleitet, um die verbleibenden freien Aktionäre gegen eine Barabfindung aus dem Unternehmen zu drängen.

Kursbewegung und Börsenabschied

Der Aktienkurs spiegelt diese Sondersituation deutlich wider. Da der Marktpreis im Wesentlichen durch das Übernahmeangebot und die erwartete Abfindung gestützt wird, zeigt die Aktie kaum noch Volatilität. Mit einem aktuellen Kurs von 60,74 Euro notiert das Papier stabil knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 61,00 Euro.

Parallel dazu bereitet der Vorstand den Rückzug vom Parkett vor. Um Kosten zu senken, wurde der Wechsel vom streng regulierten Prime Standard in den General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse beantragt. Für Anleger, die noch investiert sind, verlagert sich der Fokus damit endgültig weg vom operativen Tagesgeschäft hin zur Festlegung der angemessenen Barabfindung im Rahmen des Squeeze-out.

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