Der Leverkusener Polymerhersteller befindet sich in der finalen Phase seiner Eigenständigkeit. Kurz vor der morgigen Bilanzvorlage kündigte CEO Markus Steilemann seinen künftigen Abschied an, während der neue Mehrheitseigentümer XRG den kompletten Börsenrückzug vorantreibt. Für die wenigen verbliebenen Kleinaktionäre sind die operativen Zahlen fast zur Nebensache geworden – der Blick richtet sich nun auf die Details der Abwicklung.

Abschied auf Raten

Nur zwei Tage vor der Präsentation der Jahreszahlen für 2025 schaffte Covestro Fakten in der Personalfrage: Markus Steilemann wird seinen bis Mai 2028 laufenden Vertrag nicht verlängern. Der Manager, der den Konzern seit 2018 leitet und bereits seit der Abspaltung von Bayer im Jahr 2015 im Vorstand saß, will einen geordneten Übergang sicherstellen.

Auch wenn offiziell kein direkter Zusammenhang mit dem neuen Eigentümer bestätigt wurde, passt der Schritt in das Bild einer fundamentalen Neuordnung. XRG P.J.S.C. (ehemals ADNOC) hat die Übernahme im Dezember 2025 abgeschlossen und integriert Covestro nun in seine globale Chemieplattform. Erste strategische Weichenstellungen, wie eine Kooperation bei der Ammoniak-Versorgung, wurden bereits Anfang Februar unterzeichnet.

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Zahlen im Schatten der Übernahme

Morgen legt Covestro den Finanzbericht für das Geschäftsjahr 2025 vor. Analysten rechnen mit einem Jahresumsatz von rund 13,09 Milliarden US-Dollar und einem Verlust unter dem Strich. Das Unternehmen kämpft, wie die gesamte Branche, mit einer schwachen globalen Konjunktur und hohen Energiekosten. Bereits im dritten Quartal verfehlte der Umsatz die Erwartungen, und Kostensenkungsmaßnahmen standen im Fokus.

Dennoch reagiert der Aktienkurs kaum noch auf operative Nachrichten. Das Papier notiert aktuell bei 60,52 Euro und damit in direkter Schlagdistanz zum 52-Wochen-Hoch von 61,00 Euro. Die Volatilität ist fast vollständig aus dem Handel gewichen, da der Markt primär die gesellschaftsrechtlichen Schritte der Übernahme einpreist.

Warten auf die Abfindung

Die zentrale Nachricht für Anleger bleibt der eingeleitete Squeeze-out. XRG und verbundene Unternehmen halten mittlerweile rund 95,1 Prozent der Anteile. Damit ist der Weg frei, die verbliebenen Minderheitsaktionäre gegen eine Barabfindung aus dem Unternehmen zu drängen. Ein entsprechender Beschluss soll auf der kommenden Hauptversammlung gefasst werden.

Parallel dazu bereitet Covestro den Wechsel vom streng regulierten Prime Standard in den General Standard vor. Für Investoren ist die "Equity Story" damit beendet. Die operative Entwicklung und die morgigen Zahlen dienen nur noch als Hintergrundrauschen für die Bewertungsgutachten, welche die Höhe der finalen Barabfindung bestimmen werden. Bis zur Festlegung dieser Summe dürfte die Aktie in ihrer aktuellen enge Handelsspanne verharren.

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