Covestro konkretisiert die Zusammenarbeit im XRG-Verbund: Mit Fertiglobe und TA'ZIZ liegt jetzt eine Absichtserklärung auf dem Tisch, die den Zugang zu einem zentralen Rohstoff sichern soll. Im Kern geht es um Ammoniak – und damit um Lieferketten, Kostenstabilität und perspektivisch auch um kohlenstoffärmere Bezugsquellen. Wie schnell daraus echte Lieferverträge werden, ist allerdings noch offen.

Worum es bei der Vereinbarung geht

Das am 6. Februar unterzeichnete Memorandum of Understanding (MoU) sieht vor, entlang der Wertschöpfungsketten von Ammoniak und Salpetersäure mögliche Kooperationen zu prüfen. Besonders wichtig: Ammoniak ist ein Schlüsselrohstoff für MDI und TDI, die Covestro für Polyurethan-Hart- und Weichschäume benötigt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Kurzfristig: Prüfung von Ammoniak-Lieferungen aus Fertiglobe-Anlagen an Covestro-Standorte in China und den USA
- Langfristig: Evaluierung einer Versorgung für Europa, China und die USA, inklusive
- kohlenstoffarmem Ammoniak (z. B. via Carbon Capture)
- grünem Ammoniak aus erneuerbaren Quellen
- Projekten, die Fertiglobe entwickelt
- Zusätzlich: Bewertung von Lager- und Transportlösungen sowie weiterer Chancen entlang der Ammoniak-Wertschöpfungskette – global und in den VAE

Covestro-CEO Markus Steilemann stellte in der Mitteilung vor allem zwei Ziele heraus: den Zugang zu einem „kritischen Rohstoff“ zu stärken und gleichzeitig den Übergang zu emissionsärmeren Produktionswegen schrittweise zu unterstützen. Fertiglobe-CEO Ahmed El-Hoshy betonte die Kombination aus Fertiglobe-Portfolio und Covestros industrieller Expertise sowie globaler Präsenz.

Ein erster Schritt nach der XRG-Übernahme

Brisant ist weniger das MoU an sich – Absichtserklärungen sind noch keine Verträge –, sondern der Kontext: Die Kooperation kommt kurz nach der im Dezember 2025 abgeschlossenen Übernahme durch XRG. Genau hier setzt die Botschaft an: Die Partnerschaft soll „greifbare geschäftliche Auswirkungen“ bekommen.

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Auch TA'ZIZ spielt in diesem Bild eine Rolle. Das Joint Venture von ADNOC und ADQ baut in den VAE eine Chemiezone auf, die nach Fertigstellung 2028 4,7 Millionen Tonnen Chemikalien pro Jahr produzieren soll. Geplant ist dort auch eine Ammoniak-Anlage mit 1 Million Tonnen Jahreskapazität.

Aktie: Seitwärts, aber angeschlagen

Am Markt spiegelt sich die Nachricht bislang eher nüchtern wider. Mit 61,02 Euro liegt der Kurs nahe am 50-Tage-Durchschnitt (60,92 Euro), die Bewegungen bleiben überschaubar (YTD +0,86%). Auffällig ist jedoch der RSI von 30,3, der auf eine technisch angeschlagene Situation hindeutet. Gleichzeitig beträgt der Abstand zum 52-Wochen-Hoch (66,00 Euro) rund -7,6%.

Was als Nächstes ansteht

Neben der Ammoniak-Initiative laufen weitere formale Schritte: XRG leitete am 9. Januar 2026 das Verfahren zur Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre (Squeeze-out) ein. Zudem beschloss Covestro am 22. Januar 2026, den Wechsel vom Prime Standard in den General Standard zu beantragen. Der nächste klare Termin ist bereits gesetzt: Der Geschäftsbericht 2025 soll am 26. Februar 2026 erscheinen.

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