Die Übernahme des Werkstoffherstellers durch ADNOC biegt auf die Zielgerade ein. Mit dem beschlossenen Rückzug aus dem Prime Standard und dem eingeleiteten Squeeze-Out schafft der Konzern Fakten. Für die verbliebenen Minderheitsaktionäre geht es ab sofort nicht mehr um operative Zukunftsperspektiven, sondern einzig um die Höhe der finalen Barabfindung.

  • Dominanz: XRG (ADNOC) hält über 95 Prozent der Anteile.
  • Segmentwechsel: Abstieg in den General Standard wirksam zum 5. Mai 2026.
  • Kernfrage: Höhe der Abfindung im laufenden Squeeze-Out-Verfahren.
  • Termin: Geschäftsbericht 2025 folgt am 26. Februar 2026.

Rückzug aus der ersten Börsenliga

Der Abschied vom Parkett nimmt konkrete Formen an. Auf Antrag des Managements wird die Zulassung zum Prime Standard, dem Segment mit den höchsten Transparenzpflichten an der Frankfurter Börse, widerrufen. Wirksam wird dieser Schritt mit Ablauf des 5. Mai 2026. Danach notiert das Papier im General Standard.

Diese Entscheidung folgt einer klaren Logik: Da die ADNOC-Tochter XRG bereits mehr als 95 Prozent der Anteile kontrolliert, erachtet der Konzern die aufwendigen und kostenintensiven Berichtspflichten des Prime Standard als nicht mehr notwendig. Für den verbliebenen Streubesitz bedeutet dies künftig reduzierte Informationen und weniger strenge Publizitätsregeln, auch wenn die Handelbarkeit zunächst bestehen bleibt.

Squeeze-Out bestimmt den Kurs

Die operative Entwicklung der Chemiebranche spielt für den Aktienkurs faktisch keine Rolle mehr. Seit das Squeeze-Out-Verfahren im Januar 2026 offiziell eingeleitet wurde, hat sich der Titel von allgemeinen Marktbewegungen abgekoppelt. Das Papier verharrt stabil auf dem Niveau des Übernahmeangebots, was der aktuelle Kurs von 60,62 Euro und die extrem geringe Volatilität der letzten 30 Tage bestätigen.

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Das Interesse der verbliebenen Anleger richtet sich nun fast ausschließlich auf die Bewertung im Rahmen des Zwangsabfindungsverfahrens. Die finale Entscheidung über die Übertragung der restlichen Aktien gegen eine Barzahlung soll auf der kommenden Hauptversammlung fallen.

Integration läuft an

Hinter den Kulissen treibt der neue Eigentümer die Verschmelzung bereits voran. Eine kürzlich unterzeichnete Absichtserklärung zwischen Covestro, Fertiglobe und TA’ZIZ zur Zusammenarbeit bei Ammoniak-Lieferungen signalisiert den Beginn der operativen Integration in das ADNOC-Netzwerk. Diese strategischen Weichenstellungen haben jedoch keinen Einfluss mehr auf die Börsenstory.

Mit dem feststehenden Termin für den Segmentwechsel im Mai ist der Fahrplan für das Delisting vorgezeichnet. Anleger warten nun auf die konkrete Bezifferung der Barabfindung, die den Schlusspunkt unter die Eigenständigkeit von Covestro setzen wird.

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