UBS stuft Gerresheimer von "Neutral" auf "Sell" herab und senkt das Kursziel um mehr als die Hälfte auf 12,90 Euro. Was nach einer drastischen Maßnahme klingt, hat einen konkreten Hintergrund: Bilanzkorrekturen, verschobene Zahlenvorlage und ein Verkaufsprogramm zur Entschuldung. Die Aktie steht mit einem Minus von über 31 Prozent seit Jahresbeginn massiv unter Druck.

Drastische Herabstufung nach Bilanzverschiebung

UBS-Analyst Olivier Calvet begründet die Verkaufsempfehlung mit höheren Risiken, schwächerem Wachstum und anstehenden Unternehmensverkäufen. Das alte Kursziel von 29 Euro sieht er nicht mehr als tragfähig – die neue Marke liegt bei 12,90 Euro. Das ist eine Kürzung um mehr als die Hälfte.

Der Auslöser für die veränderte Einschätzung liegt in internen Untersuchungen zur Umsatzerfassung. Eine BaFin-Prüfung zu "Bill-and-Hold"-Vereinbarungen brachte Ungereimheiten ans Licht. Für 2024 muss Gerresheimer den Umsatz um 35 Millionen Euro nach unten korrigieren, das bereinigte EBITDA sinkt um 24 Millionen Euro. Die ursprünglich für den 26. Februar geplante Zahlenvorlage wurde verschoben.

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Schwache Prognose und hohe Abschreibungen belasten

Für das abgelaufene Jahr 2025 rechnet das Management mit einem organischen Umsatzrückgang zwischen zwei und vier Prozent. Die bereinigte EBITDA-Marge wird nur noch bei 16,5 bis 17,5 Prozent erwartet. Der bereinigte Gewinn je Aktie dürfte im hohen zweistelligen Prozentbereich sinken – ein negatives Ergebnis ist nicht ausgeschlossen.

Zusätzlich drücken Wertminderungen von 220 bis 240 Millionen Euro auf das Zahlenwerk. Betroffen sind unter anderem die Bereiche Sensile Medical und Moulded Glass Chicago. Diese Sonderabschreibungen verstärken die ohnehin angespannte Lage.

Verkauf von Centor zur Entlastung

Um die Bilanz zu stabilisieren, hat Gerresheimer den Verkauf der US-Tochter Centor Inc. eingeleitet. Morgan Stanley begleitet den Prozess, der bis Ende 2026 abgeschlossen sein soll. Der Schritt ist Teil einer strukturellen Neuausrichtung, die das Unternehmen zurück auf Kurs bringen soll.

Für 2026 stellt das Management eine operative Besserung in Aussicht. Der Umsatz soll zwischen 2,3 und 2,4 Milliarden Euro liegen, die bereinigte EBITDA-Marge bei 18 bis 19 Prozent. Zudem wird ein moderat positiver freier Cashflow angestrebt. Ob diese Ziele ausreichen, um das Vertrauen der Analysten zurückzugewinnen, zeigt sich in den kommenden Monaten.

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