BP setzt wieder stärker auf fossile Energie – und zwar ausgerechnet dort, wo viele Wettbewerber zuletzt auf die Bremse treten: im US-Schieferöl- und Gasgeschäft. Die Tochter BPX Energy soll die Produktion spürbar ausweiten und damit zum zentralen Baustein der Konzernstrategie werden. Was steckt hinter diesem Kurs, und warum nimmt BP damit bewusst eine Gegenposition im Markt ein?

Ein Schritt gegen den Trend

BPX Energy plant, die Förderung aus Schieferfeldern in diesem Jahr um 8% zu erhöhen. Das wirkt wie ein Kontrapunkt zur vorsichtigeren Linie vieler großer US-Schieferölproduzenten, die ihr Wachstum drosseln – auch wegen Prognosen eines möglichen globalen Ölüberangebots.

Kurzfristig zielt BPX auf eine Schieferöl- und Gasproduktion (in Öläquivalenten) von 500.000 Barrel pro Tag. Perspektivisch soll die Marke bis Ende des Jahrzehnts auf 650.000 Barrel pro Tag steigen. Laut Unternehmen würde das grob in Richtung rund 20% der weltweiten BP-Fördermenge gehen – die US-Schieferaktivitäten wären damit kein Randthema mehr, sondern ein Schwergewicht.

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Warum BP jetzt auf Effizienz drückt

Die Ausweitung ist Teil eines größeren Ziels: BP will eine Phase rückläufiger Produktion und schwächerer Aktionärsrenditen drehen, die nach einem früheren – laut Text weniger erfolgreichen – Schwenk in Richtung Erneuerbare folgte. Die neue Stoßrichtung lautet: mehr Output, aber mit strengerem Kosten- und Kapitaleinsatz.

BPX-CEO Kyle Koontz beschreibt den Ansatz klar: Das 2030-Ziel soll mit weniger Kapital erreicht werden. Dahinter steckt eine Art „Fertigungslinien“-Denke: planbar, stetig, effizient – statt stark zyklischer Budgetwechsel. Der Hebel ist simpel: Gelingt es, aus den Feldern mehr Förderung zu niedrigeren operativen Kosten herauszuholen, bleibt mehr Cash übrig, den BP in andere weltweite Projekte lenken kann.

Kurzfristige Ölpreise sollen nicht steuern

BPX macht zudem deutlich, dass kurzfristige Marktschwankungen die Bohrpläne nicht aus der Bahn werfen sollen. Abweichen würde man demnach vor allem dann, wenn es zu einem großen makroökonomischen Bruch kommt. Die Botschaft: Das Schieferprogramm ist als langfristiger Wachstumspfad gesetzt, nicht als taktische Wette auf den nächsten Ölpreisimpuls.

An der Börse zeigte sich die Aktie zuletzt wenig bewegt: Der Schlusskurs lag gestern bei 5,38 Euro, rund 2,15% unter dem 52‑Wochen‑Hoch. Entscheidend für die nächsten Monate dürfte sein, ob BPX den Spagat aus höherer Förderung und geringerem Kapitaleinsatz tatsächlich liefert – denn genau darauf baut die Strategie bis 2030 auf.

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