Der angeschlagene Mischkonzern BayWa meldet Vollzug: Der Verkauf der niederländischen Tochter Cefetra Group ist abgeschlossen. Mit dieser Transaktion sinken die Bankverbindlichkeiten des Unternehmens schlagartig um mehr als 600 Millionen Euro. Doch reicht dieser Schritt aus, um die tiefgreifende Restrukturierung des Münchener Traditionsunternehmens endgültig auf Kurs zu bringen?

Finanzieller Befreiungsschlag

Die Details des Deals zeigen die Bedeutung für die Bilanz: Ein Konsortium aus acht Käufern übernimmt den Agrarhändler für einen Kaufpreis von rund 125 Millionen Euro. Davon flossen 80 Millionen Euro sofort, während weitere Zahlungen bis spätestens Frühjahr folgen. Zusätzlich erhielt BayWa durch die Refinanzierung der Käuferseite Gesellschafterdarlehen in Höhe von 62 Millionen Euro zurück.

Der eigentliche Hebel für die Sanierung liegt jedoch in der Bilanzstruktur. Durch die Entkonsolidierung der Cefetra und die Nutzung der Erlöse zur Tilgung reduzieren sich die Bankverbindlichkeiten um über 600 Millionen Euro. Damit summieren sich die getilgten Schulden seit Beginn der Restrukturierung auf etwa 1,3 Milliarden Euro. Dies entspricht knapp einem Drittel des vom Management ausgegebenen Ziels, den Schuldenberg um insgesamt vier Milliarden Euro abzubauen.

Sorgenkind Erneuerbare Energien

Trotz des erfolgreichen Verkaufs bleibt die Lage angespannt. Der Fokus der Anleger verschiebt sich nun auf die Tochter BayWa r.e. AG. Bereits am 2. Februar warnte der Konzern vor signifikanten Planabweichungen im Bereich der erneuerbaren Energien. Schwierige Marktentwicklungen in den USA und Europa belasten die Geschäftszahlen.

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Dies könnte den Zeitplan für die Sanierung durcheinanderbringen. Der geplante Verkauf der BayWa r.e.-Anteile, der bis Ende 2028 erfolgen soll, gilt als zentraler Baustein für die langfristige Entschuldung. Sollten sich die negativen Trends bestätigen, drohen nicht nur geringere Verkaufserlöse, sondern auch Verzögerungen bei der Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2025.

Turbulentes Umfeld

Die operative Restrukturierung findet in einem unruhigen Umfeld statt. Erst am 9. Januar trat CEO Dr. Frank Hiller zurück, gefolgt von behördlichen Durchsuchungen Mitte des Monats. Dass BayWa die Cefetra nun zum gleichen Preis von 125 Millionen Euro verkaufte, zu dem sie 2012 erworben wurde, unterstreicht den aktuellen Druck, Liquidität zu generieren und die Bilanz zu bereinigen.

Das Management agiert weiterhin im Rahmen des "StaRUG Light"-Verfahrens. Positiv für Aktionäre: Bislang sind keine Eingriffe in die Aktionärsrechte oder Forderungsverzichte der Gläubiger notwendig. Über die Hälfte der geplanten 1.300 Stellenstreichungen ist bereits umgesetzt.

Fazit

Der Abschluss des Cefetra-Verkaufs verschafft BayWa dringend benötigte Luft und reduziert die Zinslast spürbar. Der Erfolg der Sanierung hängt nun maßgeblich davon ab, ob das Management die Probleme bei der Erneuerbare-Energien-Sparte in den Griff bekommt und die operativen Risiken minimiert. Die kommenden Monate bis zur geplanten Veröffentlichung der Jahreszahlen Ende April bleiben für die weitere Entwicklung entscheidend.

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