BP erreichte vergangene Woche ein neues 52-Wochen-Hoch. Steigende Ölpreise und ein Milliardenauftrag im Kaspischen Meer trieben die Aktie auf den höchsten Stand seit über einem Jahr. An der NYSE kletterte der Titel auf 39,51 Dollar, in London auf 481,50 Pence, bevor er am Ex-Dividenden-Tag korrigierte.

Ölpreise auf Sechs-Monats-Hoch

Brent-Rohöl notierte am 19. Februar bei 71,66 Dollar je Barrel – der höchste Stand seit August 2025. US-Rohöl der Sorte WTI schloss bei 66,43 Dollar. Innerhalb einer Woche legten beide Sorten rund 5 Prozent zu.

Verantwortlich für den Anstieg waren eskalierende Spannungen zwischen den USA und Iran. Iran führte Militärmanöver nahe der Straße von Hormuz durch, durch die etwa 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung fließen. Zudem kündigte das Land gemeinsame Marineübungen mit Russland an. US-Präsident Donald Trump forderte Iran ultimativ auf, innerhalb von zehn Tagen ein Atomabkommen zu schließen.

BP profitierte als großer integrierter Ölproduzent direkt vom Preisanstieg. Am 20. Februar fiel die Aktie in London allerdings um 2,38 Prozent auf 467,60 Pence – der Tag der Ex-Dividende für ADS-Inhaber mit einer Ausschüttung von 0,499 Dollar je Anteil.

Milliarden-Auftrag verlängert

Am 19. Februar gab BP die Verlängerung eines wichtigen Vertrags in Aserbaidschan bekannt. Die Turan Drilling & Engineering Company – ein Joint Venture zwischen SOCAR AQS und dem US-Konzern Helmerich & Payne – übernimmt weiterhin Betrieb und Wartung von acht BP-Offshore-Plattformen im Kaspischen Meer.

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Der Vertrag läuft zunächst über fünf Jahre mit drei einjährigen Verlängerungsoptionen. Bei vollständiger Ausschöpfung könnte das Volumen eine Milliarde Dollar überschreiten. Start ist im März 2026.

Die Vereinbarung unterstreicht BPs Fokus auf das klassische Öl- und Gasgeschäft. Das Unternehmen ist seit Mitte der 1990er-Jahre in Aserbaidschan aktiv und festigt mit dem Deal seine langfristige Präsenz in der Region.

Strategischer Schwenk unter neuem Druck

Die Kaspische Vertragsverlängerung passt zu BPs strategischer Neuausrichtung. Am 10. Februar legte der Konzern Jahreszahlen vor: Der bereinigte Gewinn sank 2025 auf 7,5 Milliarden Dollar nach 8,9 Milliarden im Vorjahr. Gleichzeitig setzte BP sein Aktienrückkaufprogramm über 750 Millionen Dollar je Quartal aus und nahm rund vier Milliarden Dollar Abschreibungen auf Erneuerbare-Energie-Projekte vor – darunter Lightsource bp, Archaea und Offshore-Wind.

Die Konkurrenz agiert anders: Shell hält an seinem Rückkaufprogramm von 3,5 Milliarden Dollar pro Quartal fest und erhöhte zudem die Dividende um vier Prozent. TotalEnergies führt ebenfalls Rückkäufe fort, wenn auch am unteren Ende der angekündigten Spanne.

BP senkte die Nettoverschuldung zum Ende des vierten Quartals 2025 auf 22 Milliarden Dollar von zuvor 26 Milliarden. Das Unternehmen treibt ein Veräußerungsprogramm über 20 Milliarden Dollar voran, wovon rund 11 Milliarden bereits umgesetzt sind. Der geplante Verkauf von 65 Prozent an Castrol an Stonepeak – bewertet mit einem Unternehmenswert von 10,1 Milliarden Dollar – soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

Führungswechsel im April

Derzeit leitet Carol Howle BP als Interims-CEO. Ab April übernimmt Meg O'Neill, vormals bei Woodside Energy und 23 Jahre bei ExxonMobil. Sie wird die erste Konzernchefin in der 116-jährigen Geschichte von BP und die erste externe Besetzung an der Spitze.

Am 28. April legt BP die Quartalszahlen für das erste Quartal 2026 vor – die ersten unter O'Neills Führung. Bis dahin dürften Investoren beobachten, ob die Kombination aus höheren Ölpreisen und gestärktem Upstream-Geschäft ausreicht, um die Bewertungslücke zu Wettbewerbern zu schließen.

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