BP sortiert sich neu – und die Analysten rechnen mit. Nach dem abrupten Kurswechsel zurück zu Öl und Gas, einer milliardenschweren Abschreibung und dem Aussetzen des Aktienrückkaufprogramms justieren Investmenthäuser ihre Gewinnschätzungen. Die Frage: Zahlt sich die Rückkehr zu fossilen Brennstoffen aus oder bleibt BP weiter hinter Exxon und Chevron zurück?

Scotiabank hebt Gewinnprognose deutlich an

Scotiabank-Analyst P. Cheng erhöhte am 19. Februar seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2026 von 1,25 auf 1,55 Dollar je Aktie. Für 2027 rechnet die Bank mit einem Gewinn von 2,10 Dollar je Aktie. Die Anpassung erfolgte, nachdem BP am 10. Februar überraschend starke Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorgelegt hatte: Mit 0,60 Dollar je Aktie übertraf der Konzern die Erwartung von 0,57 Dollar, der Umsatz lag bei 47,38 Milliarden Dollar statt der prognostizierten 42,19 Milliarden.

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Der Konsens der Analysten fällt allerdings deutlich optimistischer aus: Im Schnitt erwarten sie für 2026 einen Gewinn von 3,53 Dollar je Aktie.

Geteilte Meinungen unter Analysten

Das Stimmungsbild der Finanzbranche bleibt ambivalent. Von 23 befragten Analysten vergeben zwei ein "Strong Buy", sechs ein "Buy", zehn halten die Aktie für ein "Hold" und fünf raten zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 37,35 Dollar – knapp unter dem aktuellen Kurs von 38,41 Dollar.

Wells Fargo erhöhte sein Kursziel von 37 auf 39 Dollar, behält aber die neutrale Einstufung bei. Argus stufte BP am 17. Februar auf "Hold" hoch, Santander auf "Outperform". Wall Street Zen nahm hingegen am 14. Februar eine Abstufung von "Buy" auf "Hold" vor.

Die strategische Kehrtwende und ihre Folgen

Hinter den Analysten-Revisionen steht ein fundamentaler Strategiewechsel. BP schrieb am 10. Februar rund 4 Milliarden Dollar auf erneuerbare Energien ab – betroffen waren die Solarsparte Lightsource bp, der US-Biogas-Produzent Archaea und Offshore-Wind-Projekte. Gleichzeitig setzte der Konzern sein vierteljährliches Rückkaufprogramm über 750 Millionen Dollar aus.

Der bereinigte Ersatzkostengewinn, BPs bevorzugte Kennzahl für den Nettogewinn, fiel 2025 auf 7,5 Milliarden Dollar nach 8,9 Milliarden im Vorjahr. Die bisherige Zusage, 30 bis 40 Prozent des operativen Cashflows an Aktionäre auszuschütten, wurde zurückgezogen.

Schuldenabbau vor Aktionärsrendite

Finanzvorständin Kate Thomson machte deutlich: Schuldenabbau hat Priorität. BP reduzierte die Nettoverschuldung bereits von 26 auf 22 Milliarden Dollar und peilt bis 2027 einen Wert zwischen 14 und 18 Milliarden an. RBC-Analysten bewerteten die Aussetzung des Rückkaufprogramms als richtige Entscheidung angesichts der Schuldenlast.

Parallel dazu plant BP, die jährlichen Investitionen in Öl und Gas um 1,5 Milliarden Dollar zu erhöhen, während das Budget für CO₂-arme Energien um rund 5 Milliarden auf 1,5 bis 2 Milliarden Dollar sinkt.

Neue Chefin übernimmt im April

Im April übernimmt Meg O'Neill, bisher CEO des australischen Öl- und Gaskonzerns Woodside Energy, die Führung bei BP. Sie wird die dritte Konzernchefin in ebenso vielen Jahren und erbt ein Unternehmen, das seine früheren Klimaziele faktisch aufgegeben hat. Die nächsten Quartalszahlen folgen am 28. April – ein erster Gradmesser für den neuen Kurs.

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