ams OSRAM verkauft Sparten, streicht Stellen und richtet sich neu aus – und das alles innerhalb eines einzigen Jahres. Der Licht- und Sensorkonzern steckt mitten in einem tiefgreifenden Transformationsprozess, der 2026 noch deutliche Spuren in der Bilanz hinterlassen wird, bevor die Früchte der Neuausrichtung sichtbar werden.

Milliarden-Erlöse zur Entschuldung

Den Auftakt machte der Verkauf des Entertainment- und Industry-Lamps-Geschäfts (ENI) an den japanischen Konzern Ushio, der Anfang März abgeschlossen wurde. 114 Millionen Euro flossen für Produktionsstätten in Berlin, rund 500 Mitarbeitende und die zugehörigen Entwicklungskapazitäten. Bemerkenswert: Das ENI-Segment war profitabel und erzielte 2024 noch rund 170 Millionen Euro Umsatz. Der Verkauf folgt dennoch der Logik, den Fokus zu schärfen – weg von klassischen Lampen, hin zu Digital Photonics.

Der deutlich größere Schritt steht im zweiten Quartal 2026 an: Dann soll der Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon 570 Millionen Euro in bar einbringen. Zusammen mit dem ENI-Erlös summieren sich die Desinvestitionserlöse auf rund 670 Millionen Euro. Das soll die Leverage-Ratio – also das Verhältnis von Nettoverschuldung zu bereinigtem EBITDA – von 3,3 auf 2,5 drücken, mit dem Ziel, langfristig unter 2 zu kommen.

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Sparprogramm trifft besonders Regensburg

Parallel dazu greift das Restrukturierungsprogramm „Simplify": Bis 2028 sollen jährlich 200 Millionen Euro eingespart werden. Der Preis dafür sind rund 2.000 Stellen weltweit. In Deutschland trägt vor allem Regensburg die Last, wo reife Produktlinien nach Asien verlagert werden.

Operativ zeigte sich das Unternehmen zum Jahresabschluss 2025 solider als erwartet: Im vierten Quartal erzielte ams OSRAM einen Umsatz von 874 Millionen Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 18,4 Prozent – beides über den Analystenschätzungen. Auch der Nettoverlust für das Gesamtjahr 2025 schrumpfte deutlich auf 130 Millionen Euro, nach 786 Millionen Euro im Vorjahr.

2026 bleibt ein schwieriges Übergangsjahr

Trotz der operativen Fortschritte dämpft das Management die Erwartungen für das laufende Jahr. Einmalige Effekte aus Desinvestitionen, sogenannte Stranded Costs sowie höhere Edelmetallpreise belasten das bereinigte EBITDA 2026. Für das erste Quartal rechnet der Konzern mit einem Umsatz von rund 760 Millionen Euro – ein spürbarer Rückgang gegenüber dem starken Schlussquartal 2025.

Zwei Termine werden zeigen, wie weit der Umbau vorangeschritten ist: Am 20. März erscheint der Geschäftsbericht 2025, am 7. Mai folgen die Q1-Zahlen. Bis 2030 strebt ams OSRAM eine bereinigte EBITDA-Marge von mindestens 25 Prozent und einen Free Cashflow von über 200 Millionen Euro an – ambitionierte Ziele, deren Fundament gerade erst gelegt wird. Die Aktie notiert rund 35 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch, was zeigt, dass der Markt den Transformationserfolg noch nicht einpreist.

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