ams OSRAM zieht den Konzernumbau weiter straff durch: Verkäufe, Entschuldung und ein harter Sparkurs greifen ineinander. Entscheidend wird, ob daraus schon in den nächsten Quartalen mehr finanzielle Stabilität entsteht – oder ob Übergangseffekte die Zahlen weiter bremsen. Der nächste konkrete Gradmesser steht bereits fest: Am 20. März legt das Unternehmen seinen Quartalsbericht vor.

Verkauf an Ushio: 114 Mio. Euro frisches Geld

Der Konzern hat den Verkauf der Sparte „Entertainment and Industry Lamps“ (ENI) an den japanischen Beleuchtungsspezialisten Ushio Inc. abgeschlossen. Die Transaktion wurde am 2. März 2026 vollzogen, der Kaufpreis beträgt 114 Millionen Euro.

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Mit dem Deal wechseln auch Substanz und Know-how den Besitzer: Produktionsstätten in Berlin, rund 500 Mitarbeitende sowie zugehörige Forschungs- und Entwicklungskapazitäten inklusive geistigen Eigentums. Organisatorisch läuft das über eine neu gegründete Gesellschaft: Ushio erwirbt die OSRAM ENI GmbH, die künftig als USHIO INE GmbH firmiert. Das veräußerte Geschäft galt als profitabel und setzte 2024 rund 170 Millionen Euro um.

Entschuldung als roter Faden – Ziel bleibt „unter 2“

Hinter den Verkäufen steht vor allem ein beschleunigter Entschuldungsplan, den ams OSRAM am 30. April 2025 angekündigt hatte. Ziel ist ein Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung im Verhältnis zum bereinigten EBITDA) von unter 2.

Der ENI-Verkauf folgt dabei auf eine weitere große Transaktion: das nicht-optische Analog/Mixed-Signal-Sensorgeschäft ging für 570 Millionen Euro in bar an Infineon. Laut Unternehmensangaben hat dieser Deal den Pro-forma-Verschuldungsgrad bereits auf 2,5 gesenkt.

„Simplify“: 2.000 Stellen weniger, 200 Mio. Euro Einsparungen

Parallel zur Portfoliobereinigung läuft die Restrukturierung. Unter dem Programmnamen „Simplify“ sollen bis 2028 jährlich zusätzliche 200 Millionen Euro eingespart werden. Damit verbunden ist ein weltweiter Stellenabbau von rund 2.000 Arbeitsplätzen – unter anderem mit einer dreistelligen Zahl betroffener Stellen in Regensburg, weil reife Produktlinien nach Asien verlagert werden.

Als künftige Wachstumstreiber nennt der Konzern Anwendungen in der Automobilindustrie und KI-Rechenzentren.

Operativ zeigt sich zumindest ein Schritt nach vorn: Im Geschäftsjahr 2025 sank der Nettoverlust, der auf die Aktionäre entfällt, auf 130 Millionen Euro (Vorjahr: 786 Millionen Euro), bei einem Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. Für das erste Quartal 2026 stellt ams OSRAM rund 760 Millionen Euro Umsatz in Aussicht. Als Belastungen für das laufende Jahr nennt das Unternehmen laufende Desinvestitionen, Währungseffekte und steigende Edelmetallpreise.

An der Börse spiegelt sich die Gemengelage aus Umbau und Gegenwind weiter in Zurückhaltung: Am Freitag schloss die Aktie bei 8,78 Euro, in den letzten sieben Tagen entspricht das einem Minus von 4,88%.

Im Kalender ist der nächste Fixpunkt klar markiert: Am 20. März soll der Quartalsbericht zeigen, wie stark Verkäufe und Sparprogramm bereits durchschlagen – und wie das verbleibende Kerngeschäft in einem Übergangsjahr mit Desinvestitionen und Währungseffekten zurechtkommt.

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