Der Konzernumbau bei ams OSRAM nimmt konkrete Formen an. Mit dem abgeschlossenen Verkauf der Lampensparte und einem laufenden Sparprogramm verfolgt das Unternehmen eine klare Entschuldungsstrategie – doch 2026 wird zunächst ein Jahr der Belastungen bleiben.

Zwei Verkäufe als Kern der Entschuldung

Am 2. März wechselte die Entertainment- und Industrielampensparte (ENI) für 114 Millionen Euro an den japanischen Konzern Ushio. Mit dem Verkauf gingen Produktionsstätten in Berlin, rund 500 Mitarbeitende sowie Patente und Entwicklungskapazitäten über. Das Segment hatte 2024 noch rund 170 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet und galt als profitables Geschäft – ams OSRAM trennte sich dennoch bewusst davon, um den Fokus zu schärfen.

Der zweite große Schritt folgt im zweiten Quartal 2026: Der vereinbarte Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon soll 570 Millionen Dollar in die Kasse spülen. Beide Transaktionen zusammen sind das Herzstück der Entschuldungsstrategie, die das Management im April 2025 vorgestellt hatte. Die Verschuldungsquote soll dadurch von 3,3x auf 2,5x sinken.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Ams Osram?

Sparprogramm kostet 2.000 Stellen

Parallel läuft das Restrukturierungsprogramm „Simplify". Bis 2028 sollen jährlich 200 Millionen Euro zusätzlich eingespart werden. Der Preis dafür: rund 2.000 Stellen fallen weltweit weg. In Regensburg trifft es eine dreistellige Zahl von Beschäftigten, weil reife Produktlinien nach Asien verlagert werden. Auch die Lampenbetriebe in Herbrechtingen und Schwabmünchen sind von der Restrukturierung betroffen.

Dass die Maßnahmen greifen, zeigen die Zahlen für 2025: Der Nettoverlust sank drastisch auf 130 Millionen Euro – nach 786 Millionen Euro im Vorjahr. Im vierten Quartal übertraf ams OSRAM mit einem Umsatz von 874 Millionen Euro und einer bereinigten EBITDA-Marge von 18,4 % die Erwartungen der Analysten. Der Gesamtumsatz für 2025 lag bei 3,3 Milliarden Euro.

2026: Übergangslasten vor dem Neustart

Trotz der operativen Fortschritte dämpft das Management die Erwartungen für das laufende Jahr. Desinvestitionen, Währungsgegenwind und steigende Edelmetallpreise dürften die bereinigte EBITDA-Marge vorübergehend belasten. Für das erste Quartal 2026 erwartet der Konzern einen Umsatz zwischen 710 und 810 Millionen Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von rund 15 % – deutlich unter dem Q4-Niveau. Allein durch den Wegfall der ENI-Sparte fehlen im ersten Quartal rund 10 Millionen Euro Umsatz.

Langfristig peilt ams OSRAM Margen von über 25 % und die Positionierung als „Digital Photonics Leader" bis 2030 an. Die Aktie notiert aktuell bei 8,84 Euro und damit noch deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 10,29 Euro – der Markt wartet offensichtlich auf Belege, dass der Umbau die versprochenen Ergebnisse liefert. Den nächsten konkreten Datenpunkt liefert der Quartalsbericht am 7. Mai 2026: Dann zeigt sich, wie stark das Übergangsjahr tatsächlich auf Umsatz und Marge drückt – und ob der erwartete Abschluss der Infineon-Transaktion den Entschuldungsplan wie geplant beschleunigt.

Ams Osram-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Ams Osram-Analyse vom 11. März liefert die Antwort:

Die neusten Ams Osram-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Ams Osram-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Ams Osram: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...