Covestro Aktie: Ausweglose Perspektiven?
Während der Kunststoffkonzern Covestro mit einer neuen Recycling-Anlage technologische Meilensteine setzt, läuft an der Börse längst der Countdown. Die Übernahme durch die ADNOC-Tochter XRG steht kurz vor dem formalen Abschluss. Doch was passiert mit den Papieren der verbliebenen Kleinanleger bis zur endgültigen Übernahme?
Countdown zum Squeeze-out
Nachdem die staatliche Energiegesellschaft ADNOC über ihre Tochter XRG die rechtlich entscheidende Schwelle von 95,1 Prozent der Anteile überschritten hat, ist der Weg für ein Squeeze-out-Verfahren frei. Der formale Rückzug vom Kapitalmarkt vollzieht sich nun nach einem festen Fahrplan:
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- Februar 2026: Wechsel in den General Standard mit reduzierten Berichtspflichten
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- Mai 2026: Ende der Zulassung zum regulierten Markt
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- Mai 2026: Hauptversammlung mit finalem Beschluss zum Aktienübergang
Das Papier notiert aktuell bei 59,98 Euro und bewegt sich damit kaum noch. Eine extrem niedrige annualisierte 30-Tage-Volatilität von lediglich 2,92 Prozent unterstreicht, dass reguläre Marktkräfte hier weitgehend ausgesetzt sind. Der Kurs orientiert sich nicht mehr an Geschäftszahlen, sondern fast ausschließlich an der erwarteten Barabfindung, deren genaue Höhe aktuell ein unabhängiger Prüfer ermittelt.
Rote Zahlen und Führungswechsel
Abseits der Übernahmefantasien blickt das Unternehmen auf ein schwieriges operatives Jahr zurück. Sinkende Verkaufspreise und strukturelle Überkapazitäten drückten das EBITDA 2025 um fast 31 Prozent auf 740 Millionen Euro. Eine Dividende fällt für Aktionäre zum vierten Mal in Folge aus.
Parallel zur schwachen Geschäftsentwicklung steht ein Umbruch in der Führungsetage an. Finanzvorstand Christian Baier verlässt den Konzern bereits im September. Auch CEO Markus Steilemann kündigte an, seinen bis Mai 2028 laufenden Vertrag nicht zu verlängern, womit der Aufsichtsrat beide Schlüsselpositionen neu besetzen muss.
Innovation abseits des Kurszettels
Trotz der tiefroten Zahlen und des anstehenden Börsenabschieds investiert Covestro weiter in die technologische Neuausrichtung. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut UMSICHT baut der Konzern bis 2028 eine Pilotanlage für das chemische Recycling von Polyurethan-Hartschaum. Das sogenannte Smart-Pyrolyse-Verfahren wandelt schwer recycelbare Dämmstoffabfälle in hochreines Anilin um. Das daraus gewonnene Vorprodukt für Hartschaum weist einen um bis zu 40 Prozent geringeren CO₂-Fußabdruck auf als die herkömmliche fossile Produktion.
Covestro treibt seinen technologischen Umbau damit konsequent voran und reagiert auf die wachsende regulatorische Nachfrage nach Recycling-Lösungen in Europa. Die Früchte dieser langfristigen Investitionen sowie die operativen Effekte des laufenden Sparprogramms werden künftig jedoch abseits des öffentlichen Kapitalmarkts reifen, sobald die verbliebenen Aktien im Rahmen der Hauptversammlung im Mai endgültig auf XRG übergehen.
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