Rekordumsatz, Rekordauftragsbestand, Rekordauftragseingang – und trotzdem unter Druck. RENK Group lieferte für 2025 beeindruckende Zahlen, doch ein Ausblick, der leicht unter den Analystenerwartungen lag, reichte aus, um die Aktie nach der Ergebnisveröffentlichung am 5. März zu belasten. Seither sucht der Titel nach Stabilisierung.

Starke Zahlen, gedämpfte Erwartungen

Das Geschäftsjahr 2025 war für den Augsburger Antriebsspezialisten nach eigenen Maßstäben ein Erfolg. Der Umsatz kletterte um knapp ein Fünftel auf 1,37 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT verbesserte sich um 21,7 Prozent auf 230 Millionen Euro. Besonders das Segment Vehicle Mobility Solutions wuchs mit einem Plus von 24,8 Prozent auf 872 Millionen Euro am stärksten. Der Auftragsbestand erreichte zum Jahresende ein Allzeithoch von 6,68 Milliarden Euro – nach 4,96 Milliarden Euro Ende 2024.

Für 2026 erwartet RENK einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro. Der Mittelwert dieser Spanne liegt allerdings rund zwei Prozent unter dem, was Analysten erwartet hatten. Das genügte, um Verkaufsdruck auszulösen. Hinzu kommt: Aufträge im Volumen von rund 200 Millionen Euro verschoben sich ins erste Halbjahr 2026, was den Cashflow zuletzt belastete. BNP Paribas wertet dies jedoch als temporäres Phänomen – die verzögerten Aufträge dürften zeitnah für frische Liquidität sorgen.

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Insiderkauf und Analysten-Rückenwind

Inmitten der Kursschwäche setzte Finanzvorständin Anja Mänz-Siebje ein bemerkenswertes Signal: Sie nutzte den Rücksetzer für einen Insiderkauf. Gleichzeitig erhöhten gleich zwei Banken ihre Kursziele. BNP Paribas hob RENK auf „Outperform" an und begründet dies mit einem Bewertungsabschlag gegenüber europäischen Verteidigungspeers trotz erwartet schnellerem Gewinnwachstum – Kursziel: 65 Euro. Warburg Research zog nach und erhöhte das Kursziel auf 63 Euro, ebenfalls mit Kaufempfehlung.

Zur Hauptversammlung am 10. Juni 2026 will der Vorstand zudem eine Dividende von 0,58 Euro je Aktie vorschlagen – ein Anstieg von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Langfristig setzt RENK auf geografische Diversifizierung: 150 Millionen US-Dollar fließen bis 2030 in den US-Standort in Michigan, während das Inlandsprogramm „Made for Germany" bis 2028 rund 325 Millionen Euro für Innovationen vorsieht. Ziel ist es, bis 2030 rund 90 Prozent des Umsatzes aus dem Verteidigungssegment zu erzielen.

Den ersten konkreten Hinweis, ob die verschobenen Aufträge planmäßig in Umsatz und Cashflow münden, liefern die Q1-Zahlen am 6. Mai 2026. Bis dahin bleibt die Aktie – aktuell bei 55,09 Euro und damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 88,73 Euro – ein Titel, bei dem starke Fundamentaldaten auf eine noch laufende Bewertungsdiskussion treffen.

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