AMD Aktie: Riskante Gegenoffensive
Der Halbleiter-Herausforderer gerät zunehmend in die Defensive. Während Platzhirsch Nvidia nun aggressiv in AMDs Kerngeschäft mit Server-Prozessoren vordringt, greift das Management zu ungewöhnlichen finanztechnischen Mitteln, um den Absatz der eigenen KI-Chips anzukurbeln. Die jüngste Kurskorrektur spiegelt die wachsende Skepsis der Anleger wider, ob diese kostspielige Strategie gegen die übermächtige Konkurrenz bestehen kann.
Nvidias Angriff auf das Kerngeschäft
Ein neuer Deal zwischen Nvidia und Meta sorgt an der Wall Street für Unruhe. Erstmals werden Nvidia-Chips nicht nur für Grafikberechnungen, sondern als Hauptprozessoren (CPUs) in großem Stil eingesetzt. Dieser Vorstoß mit der sogenannten "Grace"-CPU greift direkt AMDs EPYC-Sparte an – eine Bastion im Rechenzentrum, die man sich in den letzten Jahren mühsam gegen Intel erkämpft hatte.
Dass Hyperscaler wie Meta für KI-Anwendungen nun vermehrt Nvidia-CPUs in Betracht ziehen, eröffnet eine gefährliche zweite Front im Halbleiterkrieg. Berichten zufolge plant Nvidia zudem, auch den Markt für Laptop-Prozessoren ins Visier zu nehmen, was zusätzlichen Druck auf AMDs Ryzen-Segment ausüben würde.
Finanzhilfe als Verkaufsmotor
Um im Gegenzug Marktanteile bei den entscheidenden KI-Beschleunigern zu sichern, kopiert AMD eine Taktik des Konkurrenten. Berichten zufolge bürgt der Konzern für einen 300-Millionen-Dollar-Kredit des Startups Crusoe. Sollte das Cloud-Unternehmen scheitern, verpflichtet sich AMD, die eigenen Chips zurückzuleasen.
Dieses finanzielle Sicherheitsnetz ermöglichte Crusoe zwar günstige Zinskonditionen für den Kauf der AMD-Hardware, erhöht aber das Risiko in der eigenen Bilanz. Es ist der erste bekannte Fall, in dem AMD-Chips als Kreditsicherheit dienen – ein Manöver, das den unbedingten Willen zeigt, Hardware in den Markt zu drücken, selbst wenn dafür finanzielle Risiken übernommen werden müssen.
Kursrutsch und Hoffnungsschimmer
Die Anleger reagieren nervös auf diese Gemengelage. Seit den Quartalszahlen Anfang Februar, die trotz Rekordumsätzen die hohen KI-Wachstumsfantasien nicht ganz bedienen konnten, steht der Titel unter Druck. Aktuell notiert die Aktie bei 167,48 Euro und hat damit seit Jahresbeginn rund 12 Prozent an Wert eingebüßt. Das Wachstum im Rechenzentrums-Bereich lag zuletzt bei 39 Prozent – ein solider Wert, der jedoch unter den früheren Zielmarken des Managements blieb.
Dennoch gibt es fundamentale Lichtblicke. Daten von Arista Networks legen nahe, dass AMD mittlerweile etwa 20 bis 25 Prozent der neuen KI-Chip-Implementierungen für sich gewinnt. Dies stellt einen massiven Sprung im Vergleich zum Vorjahr dar, als Nvidias Dominanz noch nahezu total war. Auch die Expansion der Infrastruktur in Indien zeigt, dass die Diversifizierung der Absatzmärkte voranschreitet.
Die kommenden Monate werden zur Bewährungsprobe für die Bewertung des Chipherstellers. Entscheidend ist nicht mehr nur die technologische Leistungsfähigkeit, sondern ob die aggressive Finanzierung von Startups nachhaltige Umsätze generiert, ohne die Bilanzrisiken überzustrapazieren. Bis zu den nächsten Quartalszahlen im Mai bleibt die Aktie ein Spielball zwischen Nvidias Marktmacht und AMDs Wachstumsambitionen.
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