AMD drückt im KI-Geschäft aufs Tempo – und greift dafür tiefer in die Trickkiste als viele Anleger es von einem Chipkonzern gewohnt sind. Kreditsicherheiten, Beteiligungen an Start-ups, neue Partnerschaften: Das soll die eigenen KI-Beschleuniger schneller in Rechenzentren bringen. Doch wie viel Rückenwind entsteht daraus wirklich, wenn Nvidia gleichzeitig seinen Vorsprung ausbaut?

Kreditgarantie als Türöffner

Der auffälligste Schritt kam diese Woche über eine Meldung von Reuters: AMD will eine Kreditgarantie über 300 Millionen US-Dollar für den Cloud-Computing-Spezialisten Crusoe stellen. Das Geld dient dazu, AMDs KI-Chips für ein neues Rechenzentrum in Ohio zu kaufen und zu installieren, das von 5C gebaut wird – einem kanadischen Entwickler mit Brookfield im Rücken.

Finanziert wird das Darlehen laut Bericht von Goldman Sachs und es ist durch die Chips sowie das zugehörige Equipment besichert. Der entscheidende Hebel: AMD soll zugesagt haben, die eigenen Chips im Zweifel zurückzuleasen, falls Crusoe nicht genug Kunden findet. Genau diese Absicherung drückte den Zins dem Bericht zufolge auf rund 6% – deutlich günstiger, als Crusoe ohne Rückendeckung wohl bekommen hätte.

Das Muster erinnert an Deals, die Nvidia in der Vergangenheit mit KI-Start-ups eingefädelt hat. Laut TipRanks ist es zudem der erste bekannte Fall, in dem AMD-Chips als Kreditsicherheit dienen.

Beteiligung an World Labs – neben Nvidia am Tisch

Ebenfalls am 19. Februar beteiligte sich AMD an einer 1-Milliarde-Dollar-Finanzierungsrunde für World Labs, das KI-Start-up von Fei-Fei Li. Mit dabei waren laut TheFly unter anderem Autodesk, a16z, Nvidia und Sea. World Labs arbeitet an sogenannten „World Models“, die etwa in Robotik, wissenschaftlicher Forschung und räumlicher KI zum Einsatz kommen können.

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Für AMD ist daran vor allem eines interessant: Die Rolle im KI-Ökosystem wird damit breiter – nicht nur als Hardware-Lieferant, sondern auch als Kapitalgeber in Projekten, die später selbst wieder Nachfrage nach Rechenleistung erzeugen könnten.

MI455X: Verzögerung oder Missverständnis?

Für Reibung sorgte unter der Woche ein Bericht von SemiAnalysis, der Verzögerungen beim nächsten großen Instinct-System MI455X in den Raum stellte. Von „Mass Production Tokens“ sei demnach erst im zweiten Quartal 2027 auszugehen.

AMD widersprach deutlich. Anush Elangovan, Vice President of Software Development, schrieb auf X, das System liege weiter „on target for 2H’26“ (zweite Jahreshälfte 2026), wie TipRanks und Tom’s Hardware berichten. Für Investoren ist diese Zeitachse zentral, weil sie darüber entscheidet, wie lange Nvidia in der nächsten Produktgeneration praktisch ohne gleichwertigen Gegenspieler laufen kann.

Denn parallel verwies Evercore-ISI-Analyst Mark Lipacis laut TipRanks darauf, dass Nvidias Plattform NVL72 VR200 bereits im zweiten Quartal 2026 ausgeliefert werden könnte – drei bis sechs Monate früher als ursprünglich erwartet. Sollte das stimmen, würde Nvidia den Markt früher besetzen, während AMD noch mit dem eigenen Ramp-up beschäftigt ist.

Indien als weiterer Baustein

Auch geografisch erweitert AMD seine KI-Pläne. In einer Pressemitteilung vom 16. Februar kündigte das Unternehmen eine Partnerschaft mit Tata Consultancy Services an, um die Rack-Scale-Architektur „Helios“ nach Indien zu bringen. Das Thema bekam zusätzliche Aufmerksamkeit durch den „India AI Impact Summit“, bei dem Tech-Konzerne laut CNBC (21. Februar) gemeinsam Investitionen in dreistelliger Milliardenhöhe für Indiens KI-Infrastruktur in Aussicht stellten.

An der Börse spiegelt sich die Gemengelage aus Chance und Umsetzungsrisiko wider: Über 30 Tage steht die Aktie mehr als 20% tiefer, der Schlusskurs vom Freitag lag bei 169,80 Euro.

Im Kalender ist der nächste Fixpunkt bereits klar: Anfang Mai steht laut Ausgangstext der nächste Quartalsbericht an – bis dahin wird der Markt besonders genau darauf achten, ob AMDs KI-Strategie nicht nur Reichweite gewinnt, sondern auch bei Produktzeitplänen und Kundenprojekten messbar liefert.

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