Der Sportartikelhersteller Nike könnte von einer historischen Gerichtsentscheidung profitieren. Das oberste US-Gericht hat am 20. Februar 2026 die von Präsident Trump verhängten Zölle unter dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) für verfassungswidrig erklärt. Für Nike, das rund 1,5 Milliarden Dollar an Zollkosten in seine Jahresprognose eingerechnet hatte, könnte das eine spürbare Entlastung bedeuten. Doch die Aktie tut sich schwer.

Verfassungsgericht kippt Zollbefugnis

Das Supreme Court urteilte, dass die IEEPA-Gesetzgebung dem Präsidenten keine Befugnis zur Verhängung von Zöllen gibt. Die Steuerhoheit liege beim Kongress, so die Richter. Noch am selben Tag kündigte Trump Ersatzzölle in Höhe von 10 Prozent an – später auf 15 Prozent angehoben – diesmal auf Basis des Trade Act von 1974.

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Jefferies-Analyst Randal Konik sieht Nike als einen der größten Profiteure. Das Unternehmen hatte eine Zollbelastung von 7,7 Prozent ausgewiesen. Die Analysten erwarten nun einen positiven Effekt auf die Bruttomarge im laufenden Geschäftsjahr.

Verhaltene Marktreaktion trotz guter Nachrichten

Die Aktie sprang unmittelbar nach der Entscheidung um 4,4 Prozent nach oben, drehte jedoch noch am selben Handelstag ins Minus und schloss 1,6 Prozent tiefer. Am 23. Februar notierte der Titel bei rund 62,28 Dollar, ein Minus von 4,77 Prozent. D.A. Davidson merkte an, dass die Märkte die Entscheidung bereits antizipiert hatten.

Operative Schwäche belastet weiter

Die Zollerleichterung kommt zu einem schwierigen Zeitpunkt. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 legte Nike einen Umsatz von 12,4 Milliarden Dollar vor – ein Plus von einem Prozent nominal, währungsbereinigt stagnierte das Wachstum. Besonders der Direktvertrieb schwächelte mit einem Rückgang von acht Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar.

Die Bruttomarge sank um 300 Basispunkte auf 40,6 Prozent, hauptsächlich getrieben durch höhere Zollkosten in Nordamerika. Der Nettogewinn brach um 32 Prozent auf 0,8 Milliarden Dollar ein. Für das dritte Quartal stellte Nike einen leichten Umsatzrückgang und einen weiteren Margendruck von bis zu 225 Basispunkten in Aussicht – darin enthalten ein Zolleffekt von 315 Basispunkten.

Restrukturierung läuft auf Hochtouren

CEO Elliott Hill treibt seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr den Umbau unter dem Motto „Win Now" voran. Im Januar wurden 775 Mitarbeiter in der Logistik entlassen, Mitte Februar folgte eine Neuorganisation der Tochtermarke Converse. Zugleich hält Nike an seiner Dividende fest: Am 13. Februar wurde eine Quartalsdividende von 0,41 Dollar je Aktie angekündigt, zahlbar am 1. April.

Im Geschäftsjahr 2025 war der Umsatz um rund zehn Prozent gesunken, der Gewinn sogar um über 40 Prozent. Die Aktie hat in den vergangenen fünf Jahren mehr als die Hälfte ihres Werts verloren.

Die Unsicherheit über die weitere Handelspolitik bleibt. Präsident Trump sollte am 24. Februar in seiner Rede zur Lage der Nation das weitere Vorgehen präzisieren. Sollten die Zölle tatsächlich dauerhaft sinken, könnte das die Margenerholung beschleunigen, die das Management anstrebt. Ob das ausreicht, um die operative Schwäche zu kompensieren, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.

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