Bei AMD laufen diese Woche gleich mehrere Themen zusammen: ein ungewöhnlicher Finanzierungsschritt im KI-Cloud-Umfeld, neue Details zur nächsten Prozessor-Generation – und frischer Wettbewerbsdruck ausgerechnet vom Rivalen Nvidia. Für Anleger ist das eine Mischung aus Chance und Risiko. Denn hinter den Schlagzeilen steht vor allem eine Frage: Wie gut verteidigt AMD seine Position im Rechenzentrum, während der Markt noch schneller in Richtung KI-Infrastruktur kippt?

300-Millionen-Absicherung für Crusoe

Für Aufmerksamkeit sorgt eine geplante Kreditgarantie über 300 Mio. US-Dollar für das Cloud-Startup Crusoe. Der Kredit wird laut Berichten von Goldman Sachs arrangiert und durch AMD-Chips sowie zugehörige Ausrüstung abgesichert.

Der Kniff liegt in der Konstruktion: AMD soll angeboten haben, im Zweifel eigene Chips von Crusoe zurückzuleasen, falls das Startup nicht genug Kunden – etwa KI-Entwickler – an Land zieht. Damit konnte Crusoe laut den Berichten einen Zinssatz von rund 6% sichern, also deutlich günstiger als ohne diesen „Rettungsanker“. Der Haken: Solche Konstruktionen erinnern an ähnliche Modelle, die Nvidia im KI-Ökosystem vorgemacht hat – und die an der Wall Street wegen möglicher „Kreislauf-Deals“ kritisch beäugt werden.

Zen 6-Leak und MI455X: Produkt-Roadmap bleibt zentral

Parallel kursieren neue, durchgesickerte Spezifikationen zur kommenden Zen-6-Desktop-Reihe („Olympic Ridge“). Genannt werden mehrere Konfigurationen – von Single-Chiplet-Varianten bis hin zu Dual-Chiplet-Modellen – inklusive neuer 10-, 20- und 24-Kern-Abstufungen. Außerdem heißt es, Zen-6-Chiplets könnten gegenüber Zen 5 sowohl bei der Kernzahl als auch beim L3-Cache deutlich zulegen.

Wichtiger für den KI-Investmentcase ist aber ein anderes Signal: AMD hat Berichten zufolge Spekulationen über Verzögerungen beim MI455X-KI-Beschleuniger zurückgewiesen und den Zeitplan bestätigt. Demnach sollen MI455X-Lösungen in der zweiten Jahreshälfte 2026 ausgeliefert werden. In einem Markt, in dem Tempo und Verlässlichkeit über Design-Wins entscheiden, ist das eine Botschaft, die Investoren hören wollen.

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Nvidia rückt in den CPU-Markt vor

Gleichzeitig baut Nvidia den Druck auf AMDs Kernrevier weiter aus. Auslöser ist ein mehrjähriger, erweiterter Rechenzentrumsdeal mit Meta, der laut Bericht erstmals eine großflächige Einführung von Nvidias Grace-CPU-Servern (ohne GPU) in Metas Datenzentren umfasst.

Strategisch ist das brisant: Nvidia dringt damit direkter in den CPU-Markt vor, den traditionell Intel dominiert und in dem AMD um Marktanteile kämpft. Als Treiber wird eine steigende Nachfrage nach CPUs für kleinere KI-Modelle und sogenannte agentische KI-Anwendungen genannt, bei denen nicht immer volle GPU-Rechenleistung nötig ist. Zusätzlich wird berichtet, Nvidia arbeite auch an Notebook-Prozessoren (Codenamen N1 und N1X) – ein weiteres mögliches Frontstück gegen AMD und Intel.

Am Markt spiegelt sich der jüngste Druck bereits wider: In den letzten 30 Tagen liegt die Aktie mit -22,70% deutlich im Minus.

Im Blick stehen in den kommenden Monaten vor allem zwei Prüfsteine: erstens, ob sich der Crusoe-Deal als Nachfragebeschleuniger auszahlt, ohne zu viel finanzielle Nebenwirkung zu erzeugen – und zweitens, ob AMD die bestätigte MI455X-Roadmap für die zweite Jahreshälfte 2026 sauber liefert, während Nvidia gleichzeitig im Rechenzentrum immer mehr „Bausteine“ aus einer Hand anbietet.

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