AMD hat eigentlich geliefert – und trotzdem reagierte der Markt diese Woche empfindlich. Der Grund liegt weniger in den Zahlen für das abgelaufene Quartal als in der Frage, wie belastbar das Wachstum im KI-Boom wirklich ist. Entscheidend: Ein Teil des positiven Überraschungseffekts kam aus einer Ecke, die Anleger nur schwer einpreisen können.

Gute Q4-Zahlen – aber mit Sondereffekt

Im vierten Quartal 2025 meldete AMD einen Umsatz von 10,27 Mrd. US-Dollar und lag damit über den Erwartungen (9,67 Mrd.). Auch beim Gewinn je Aktie übertraf das Unternehmen mit 1,53 US-Dollar die Konsensschätzung (1,32 US-Dollar).

Doch der Blick hinter die Kulissen relativiert den „Beat“: Laut Reuters steckten darin unerwartete 390 Mio. US-Dollar aus KI-Chip-Verkäufen nach China – ermöglicht durch eine Lizenzgenehmigung. Ohne diesen Beitrag wäre ausgerechnet das Datacenter-Geschäft, der zentrale Wachstumsmotor, im Quartal unter Druck geraten.

Wichtige Fakten im Überblick:
- Umsatz Q4: 10,27 Mrd. USD (Erwartung: 9,67 Mrd.)
- EPS Q4: 1,53 USD (Erwartung: 1,32 USD)
- Datacenter-Umsatz Q4: 5,38 Mrd. USD (Erwartung: 4,97 Mrd.)
- Q1-Ausblick Umsatz: ca. 9,8 Mrd. USD (Street: 9,38 Mrd.)

Datacenter wächst – aber die Messlatte liegt extrem hoch

Das Datacenter-Segment setzte im Q4 5,38 Mrd. US-Dollar um, ein Plus von 39% zum Vorjahr. Das klingt stark – und war auch über den Erwartungen. Gleichzeitig zeigt Reuters: Ohne die China-Lieferungen des MI308-Chips hätte der Datacenter-Umsatz bei 4,99 Mrd. US-Dollar gelegen und damit unter einer Schätzung von 5,07 Mrd.

Genau hier sitzt der wunde Punkt: Im KI-Zyklus reicht „gut“ oft nicht, wenn der Markt „außergewöhnlich“ erwartet. Susquehanna-Analyst Chris Rolland brachte es gegenüber CNBC auf den Punkt: Die Erwartungen seien sehr hoch gewesen – und mit dem China-Effekt falle die Überraschung deutlich kleiner aus, als es die Schlagzeilen vermuten lassen.

Q1-Prognose: Solide – aber nicht spektakulär genug

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Für das erste Quartal 2026 stellte AMD rund 9,8 Mrd. US-Dollar Umsatz in Aussicht (±300 Mio.). Das liegt zwar über dem Konsens, ist aber ein Rückgang gegenüber Q4 und blieb laut Bloomberg-Daten (via Yahoo Finance) unter besonders optimistischen Prognosen von teils über 10 Mrd. US-Dollar.

Zusätzlich nannte AMD für Q1 eine bereinigte Bruttomarge von 55%. Reuters verweist darauf, dass Nvidia hier in einer ganz anderen Liga spielt – mit erwarteten Margen in der Mitte der 70%-Spanne. Für Anleger ist das ein klares Signal: AMD wächst, aber die Profitabilität wirkt im Vergleich zur KI-Nummer eins weniger „hebelstark“.

Auch China bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Die Q1-Prognose enthält laut CEO Lisa Su rund 100 Mio. US-Dollar Umsatz aus China, die Lage sei „dynamisch“.

Partnerschaften und Konkurrenz: Rückenwind trifft Gegenwind

Strategisch baut AMD seine KI-Präsenz über große Deals aus. Der OpenAI-Vertrag aus Oktober 2025 umfasst laut CNBC eine mehrjährige 6-Gigawatt-Installation von Instinct-GPUs, mit einem ersten 1-Gigawatt-Rollout in der zweiten Jahreshälfte 2026. OpenAI hat zudem eine Option, bis zu 10% an AMD zu erwerben. Oracle will ebenfalls ab später in diesem Jahr 50.000 AMD-KI-Chips einsetzen.

Gleichzeitig wird der Wettbewerb härter: Reuters berichtet von Nvidias großem Schritt, sich für 20 Mrd. US-Dollar die meisten Gründer des Start-ups Groq zu sichern. Und laut Yahoo Finance arbeiten große Kunden wie Google, Amazon und Microsoft an eigenen Datacenter-Chips – was AMD langfristig Preisdruck und geringere Abhängigkeit der Kunden bescheren könnte.

Am Markt zeigt sich das bereits im Kursbild: In den letzten sieben Tagen verlor die Aktie laut den bereitgestellten Daten rund 20% – ein Zeichen, wie schnell die Stimmung kippt, wenn der Ausblick nicht mehr „perfekt“ wirkt.

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