Amazon bekommt gleich von zwei Seiten Unterstützung: aus Washington und aus der eigenen Bilanz. Ein Urteil des Supreme Court nimmt einen wichtigen Zoll-Druck von Onlinehändlern – und parallel zieht der Konzern bei den Umsätzen an Walmart vorbei. Doch ganz vom Tisch ist das Thema Handelspolitik damit nicht.

Supreme Court kippt Trump-Zölle

Der US Supreme Court entschied am Freitag mit 6 zu 3 Stimmen, dass Ex-Präsident Donald Trump keine rechtliche Grundlage hatte, weitreichende Zölle über den „International Emergency Economic Powers Act“ (IEEPA) zu verhängen. Das Gericht betonte laut CNBC, dass noch kein Präsident dieses Gesetz genutzt habe, um Zölle „dieser Größenordnung und Tragweite“ einzuführen.

Für den E-Commerce-Sektor war das eine spürbare Entlastung. Schließlich hatten die Zölle zuletzt vor allem über höhere Importkosten, Störungen in Lieferketten und eine gedrückte Konsumstimmung belastet. Entsprechend zogen auch andere Branchenwerte an.

Amazon-CEO Andy Jassy hatte bereits im Januar darauf hingewiesen, dass die Zölle bei einigen Produkten „einsickern“ und Kunden häufiger zu günstigeren Alternativen greifen. Gleichzeitig seien Käufer bei nicht notwendigen Ausgaben zurückhaltender geworden. Die National Retail Federation sprach laut CNBC von „dringend benötigter Planungssicherheit“ für US-Unternehmen und Hersteller.

Umsatz-Krone: Amazon vor Walmart

Fast zeitgleich kam die nächste Schlagzeile: Wie das Wall Street Journal am 20. Februar berichtete, hat Amazon Walmart als umsatzstärkstes US-Unternehmen überholt. Für das Gesamtjahr 2025 meldete Amazon laut CNBC 716,9 Mrd. US-Dollar Umsatz, Walmart kam auf 713,2 Mrd. US-Dollar.

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Bemerkenswert ist dabei nicht nur der knappe Vorsprung, sondern das Tempo: Amazon wuchs 2025 um 12,4%, Walmart um 4,7%. Das unterstreicht, wie stark sich die Dynamik zwischen den beiden Handelsriesen zuletzt auseinanderentwickelt hat.

KI-Investitionen bleiben der Streitpunkt

Trotz der starken Woche ist die Lage nicht frei von Reibung. Der jüngste Kursdruck hatte laut CNBC viel mit dem Quartalsbericht vom 5. Februar zu tun: Amazon kündigte für 2026 Investitionen (CapEx) von 200 Mrd. US-Dollar an – fast 60% mehr als im Vorjahr. Ein großer Teil soll in KI-Infrastruktur fließen, etwa Rechenzentren, Chips und Netzwerktechnik. Genau hier scheiden sich die Geister: Mehr KI-Kapazität kann Wachstum befeuern, drückt aber kurzfristig auf den Cashflow.

Operativ lieferte Amazon im vierten Quartal 2025 laut Barchart überzeugende Signale: 213,39 Mrd. US-Dollar Umsatz, ein verwässertes Ergebnis je Aktie von 1,92 US-Dollar. AWS wuchs um 24% auf 35,6 Mrd. US-Dollar, das Werbegeschäft um 23% auf 21,3 Mrd. US-Dollar. Zudem lag die Bruttomarge im Gesamtjahr erstmals über 50% – ein Hinweis auf den wachsenden Anteil margenstärkerer Erlöse.

Zusätzlichen Rückenwind brachte eine Meldung aus dem Aktionärskreis: Eine Pflichtmitteilung zeigte, dass Bill Ackmans Pershing Square die Position im vierten Quartal deutlich ausgebaut hat, wie CNBC am 21. Februar berichtete.

Unterm Strich: Die Aktie schloss am Freitag bei 178,36 Euro. Nach der rechtlichen Entlastung bei Zöllen und den starken Umsatzsignalen bleibt 2026 dennoch ein Balanceakt zwischen Wachstum durch KI-Investitionen und den kurzfristigen Kosten dieser Expansion. Am Dienstag könnte Trumps „State of the Union“-Rede laut CNBC neue Hinweise liefern, wie sich die Handelspolitik in den kommenden Wochen entwickelt.

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