Amazon muss Anleger gerade von einer unbequemen Wahrheit überzeugen: Wachstum kostet – und zwar viel. Nach einem heftigen Kursrutsch dreht sich die Diskussion weniger um das Tagesgeschäft, sondern um den Preis der Zukunftsstrategie. Kann der Konzern die geplanten Investitionen so einsetzen, dass sie sich in besseren Margen auszahlen?

Warum die Märkte nervös wurden

Auslöser der jüngsten Schwäche war vor allem die Dimension der angekündigten Investitionen. Auf der Bilanzpressekonferenz zu den Q4-Zahlen 2025 stellte das Management für 2026 ein Capex-Budget von 200 Milliarden US-Dollar in Aussicht – deutlich mehr als die 131 Milliarden US-Dollar im Vorjahr und über den Erwartungen der Wall Street.

Genau hier liegt der Knackpunkt: So ein Sprung bei den Ausgaben schürt die Sorge, dass der Free Cashflow kurzfristig unter Druck gerät. Ein großer Teil des Budgets soll in den Ausbau der AWS-Infrastruktur für generative KI-Workloads fließen, dazu kommen eigene Chips und mehr Robotik – unter anderem zur Automatisierung in der Logistik.

Erste Gegenargumente: „Überverkauft“?

Nach einer extrem volatilen Phase – inklusive der längsten Verlustserie seit 2006 mit neun negativen Tagen in Folge – zeigten sich in den letzten 48 Stunden vorsichtigere Töne. Analystenkommentare von Seeking Alpha und Barchart argumentierten, der Abverkauf könnte überzogen gewesen sein.

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Drei Punkte stehen dabei im Mittelpunkt:
- Bewertung: Nach der Korrektur liegt das erwartete KGV (forward P/E) laut Bericht bei etwa 25,5 – ein Niveau, das einige Beobachter im historischen Vergleich als günstiger einordnen.
- AWS bleibt Wachstumstreiber: Der AWS-Umsatz stieg in Q4 2025 um 24% auf 35,6 Milliarden US-Dollar. Das wird als Hinweis gewertet, dass die Nachfrage nach KI-Infrastruktur weiter hoch ist.
- Effizienz als Ziel: Die Robotik-Investitionen sollen perspektivisch die Fulfillment-Kosten senken und damit die operative Marge im Handelsgeschäft stützen.

Kursbild: Bodenbildung nach dem Rutsch

Auch wenn der Jahresstart schwierig blieb, mehren sich Hinweise, dass der Markt den „Capex-Schock“ zumindest kurzfristig eingepreist haben könnte. In den USA stabilisierte sich der Kurs zuletzt im Bereich um 204–205 US-Dollar; in den bereitgestellten Daten liegt die Aktie heute bei 174,42 € und damit spürbar unter dem 50-Tage- sowie 200-Tage-Durchschnitt.

Spannend ist der Vergleich, den Marktteilnehmer aktuell ziehen: Ähnlich wie bei Metas späterem „Effizienz“-Schwenk wird diskutiert, ob Amazons Ausgabenoffensive am Ende zu strukturellen Verbesserungen führt – oder zunächst die Profitabilität der kommenden Quartale belastet.

Im Fokus stehen damit die nächsten Ergebnisberichte und jede Konkretisierung, wie schnell sich KI- und Automatisierungsinvestitionen in messbaren Effizienzgewinnen niederschlagen – denn genau daran dürfte sich entscheiden, ob die Neubewertung nach unten schon ausgereizt ist.

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