Im KI-Boom entscheidet sich viel an einem unscheinbaren Bauteil: High-Bandwidth-Memory. Neue Berichte über hohe HBM4-Preise bei Samsung sind deshalb mehr als eine Randnotiz. Sie liefern einen wichtigen Hinweis darauf, wie viel Preissetzungsmacht die wenigen Anbieter in diesem Engpassmarkt gerade haben.

Der Preispunkt, der die Branche kalibriert

Berichten vom Donnerstag zufolge verhandelt Samsung Electronics für seine HBM4-Chips offenbar rund 700 US-Dollar pro Einheit – etwa 30% mehr als bei den Vorgängergenerationen. Für den Markt ist so ein Benchmark entscheidend, weil er zeigt: Die „Memory Wall“ in der KI-Infrastruktur hält an, und Knappheit ermöglicht Premiumpreise.

Für Micron ist das vor allem eine Bestätigung. Wenn Wettbewerber in dieser Größenordnung aufrufen können, stützt das die Erwartung, dass auch Micron seine HBM4-Volumes zu attraktiven Konditionen platzieren kann – gerade weil die Branche laut Bericht weiterhin mit Angebotsengpässen kämpft.

Microns Vorteil: Früher dran, 2026 ausgebucht

Operativ hatte das Unternehmen die Grundlage dafür bereits früher im Monat gelegt. Das Management bestätigte Mitte Februar, dass die Volumenproduktion von HBM4-Modulen ein Quartal früher als geplant gestartet ist. Die Module, die für NVIDIAs weiterentwickelte Architektur relevant sind, sollen laut Bericht 11,7 Gbps an Leistungskennzahlen erreicht haben.

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Noch wichtiger für die Erlössicht: Micron erklärte, die HBM-Produktionskapazität sei für das gesamte Kalenderjahr 2026 vollständig vergeben. Wenn nun ein Wettbewerber-Preispunkt wie die kolportierten 700 Dollar im Markt zirkuliert, legt das nahe, dass Microns „ausverkaufte“ Kapazitäten nicht nur sicher abgenommen werden, sondern potenziell auch zu sehr vorteilhaften Preisen – und damit mit guter Planbarkeit bei Umsatz und Marge.

Analysten: Optimismus – mit Gegenstimmen

Die Aufmerksamkeit für HBM-Preise fällt in eine Woche mit positiven Anpassungen. Needham & Company hob am 17. Februar das Kursziel für Micron auf 450 US-Dollar an und begründete das mit einem sich weiter verknappenden Speichermarkt. Am Donnerstag verwies zudem eine Barchart-Analyse auf einen möglichen Weg Richtung 500 US-Dollar und argumentierte mit einer stärkeren Entkopplung von klassischen Zyklik-Mustern.

Ganz ohne Mahner bleibt es aber nicht: Ein Beitrag von Seeking Alpha riet am Donnerstag zur Vorsicht und deutete an, der „Supercycle“-Optimismus könne sich seinem Höhepunkt nähern. Der dominierende Nenner im Markt bleibt laut Bericht dennoch der strukturelle Mangel an KI-Speicher.

Zum Wochenschluss zeigt sich die Aktie weiter fest: 356,35 € am Freitag, nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 371,15 € (Anfang Februar). Der nächste wichtige Datenpunkt bleibt damit weniger der Tageskurs als die Frage, ob die hohen HBM4-Preisanker die erwartete Profitabilität im ausgebuchten Jahr 2026 tatsächlich untermauern.

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