Amazon Aktie: Atempause
Nach neun Verlusttagen in Folge hat Amazon gestern die Talfahrt zunächst gestoppt. Die Aktie legte um gut 1% zu – nachdem der Konzern in der vorherigen Schwächephase laut Bericht mehr als 450 Mrd. US-Dollar an Börsenwert eingebüßt hatte. Auslöser der Verkäufe war weniger das operative Geschäft als eine Zahl, die Anleger bei den Investitionen aufschrecken ließ.
Der Auslöser: 200 Milliarden Capex
Der Verkaufsdruck hatte Amazon seit Anfang des Monats fest im Griff. Zwischen dem 2. und dem 14. Februar fiel die Aktie um rund 18% – die härteste Serie an Verlusttagen seit zwei Jahrzehnten.
Im Zentrum stand der Quartalsbericht: Amazon stellte für 2026 Investitionen (Capex) von rund 200 Mrd. US-Dollar in Aussicht. Das wäre knapp 60% mehr als im Vorjahr. Vor allem aber lag der Wert deutlich über der Wall-Street-Erwartung von 146,11 Mrd. US-Dollar – also mehr als 50 Mrd. US-Dollar darüber.
Warum ist das so entscheidend? Weil der Markt bei den großen Tech-Konzernen zunehmend kritisch fragt, ob die hohen Ausgaben für KI am Ende auch in entsprechend höhere Gewinne und Cashflows münden.
KI-Infrastruktur – und ein Branchenproblem
Amazon will den Großteil der Investitionen in KI-nahe Infrastruktur lenken: Rechenzentren, Chips und Netzwerktechnik. Die Skepsis trifft nicht nur Amazon. Laut CNBC könnten die kombinierten Investitionen von Alphabet, Microsoft, Meta und Amazon 2026 zusammen bis zu 700 Mrd. US-Dollar erreichen – der Wettbewerb um KI-Kapazitäten läuft auf Hochtouren.
Damit steht eine zentrale Frage im Raum: Wie schnell liefern diese Milliarden messbare Renditen? Genau hier setzte die Nervosität der vergangenen Tage an.
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Wichtige Eckdaten:
- 9 Verlusttage am Stück (bis gestern)
- über 450 Mrd. US-Dollar Börsenwert in der Serie verloren
- geplante Capex 2026: ca. 200 Mrd. US-Dollar
- Umsatz Q4 2025: 213,39 Mrd. US-Dollar
- AWS-Umsatzwachstum Q4: +23,6% zum Vorjahr
- seit Jahresbeginn: ca. -13%
Große Investoren kaufen – Management verteidigt Kurs
Trotz des Rücksetzers griffen einige bekannte Großinvestoren zu. Aus veröffentlichten Meldungen zu den Positionen im vierten Quartal 2025 geht hervor:
- Pershing Square von Bill Ackman stockte um mehr als 865 Mio. US-Dollar auf (+65%) und kam damit auf eine Position von über 2,2 Mrd. US-Dollar. Amazon ist dort inzwischen die drittgrößte Beteiligung.
- Baupost Group von Seth Klarman baute eine neue Position im Wert von 489,7 Mio. US-Dollar auf. Amazon wurde damit zur zweitgrößten Beteiligung; als Argument wird ein erwartetes KGV von 25 genannt – gegenüber einem Fünfjahresschnitt von 35.
Aus dem Unternehmen kamen parallel Signale der Beruhigung. CEO Andy Jassy sagte in der Analystenkonferenz, er rechne mit einer starken Verzinsung des eingesetzten Kapitals. AWS-Chef Matt Garman erklärte, die höheren Ausgaben sollten helfen, KI-Chancen im Cloud-Markt konsequenter zu nutzen. Zudem erwartet Amazon laut Jassy, die Rechenzentrumskapazität bis 2027 zu verdoppeln.
Von Analystenseite hieß es bei Wedbush, Amazon sei nach den Zahlen nun im „prove it mode“ und müsse die Rendite der KI-Investitionen belegen; die Einstufung „Outperform“ blieb, der höhere Capex-Ausblick werde aber belasten, bis Ergebnisse sichtbar werden. Andrew Boone (Citizens) verwies laut CNBC ebenfalls auf AWS und bezeichnete die geplante Kapazitätsverdopplung als unterschätzten Wachstumstreiber.
Amazon notiert trotz der gestrigen Erholung weiterhin mehr als 22% unter den jüngsten Hochs und liegt damit technisch im Bärenmarkt. Kurzfristig dürfte die Aktie besonders sensibel darauf reagieren, ob das Unternehmen konkrete Fortschritte bei der Monetarisierung der KI-Infrastruktur zeigen kann – während der gesamte Tech-Sektor gleichzeitig die Bewertungsfrage neu verhandelt.
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