Amazon Aktie: AWS-Chef kontert Kritiker
Die Amazon-Aktie hat nach den Quartalszahlen eine historische Talfahrt erlebt. Doch AWS-Chef Matt Garman geht jetzt in die Offensive und widerspricht den Zweifeln der Investoren am massiven Investitionsprogramm für 2026.
Längste Verlustserie seit 2006
Neun Handelstage in Folge ging es bergab – die längste Pechsträhne seit 20 Jahren. Bis zum 13. Februar verlor die Aktie 18 Prozent und vernichtete rund 463 Milliarden Dollar an Marktwert. Der Schlusskurs markierte den tiefsten Stand seit Mai.
Auslöser war die Ankündigung am 5. Februar: Amazon plant 2026 Investitionen von etwa 200 Milliarden Dollar – deutlich mehr als die 132 Milliarden der vergangenen zwölf Monate.
Anthony Saglimbene, Marktstratege bei Ameriprise, brachte die Sorge auf den Punkt: "Wenn Amazon jetzt so viel ausgibt, dass der Cashflow negativ wird, ist das ein ernstes Problem. Investoren sehen das zunehmend als Warnsignal."
"Wir verkaufen jeden einzelnen Server"
AWS-Chef Matt Garman verteidigt die Ausgabenpläne im CNBC-Interview mit klarer Ansage: Die Nachfrage werde das Angebot noch jahrelang übersteigen. Trotz der massiven Investitionen rechnet AWS damit, "die nächsten Jahre kapazitätsgebunden zu sein" und "jeden einzelnen Server und jedes einzelne Bit zu verkaufen".
Ein weiteres Argument: Amazons Nachfrage kommt von einem breit gestreuten Kundenstamm. Anders als bei Wettbewerbern, deren Auftragsbücher stärker von Einzelkunden wie OpenAI abhängen, verteilt sich das Risiko. Der Gesamtauftragswert beträgt 244 Milliarden Dollar, OpenAI macht davon nur 38 Milliarden aus.
Starkes Wachstum bei AWS
Die Zahlen zum vierten Quartal zeigen tatsächlich Dynamik:
- AWS-Umsatzwachstum: Beschleunigung von 20 Prozent im dritten Quartal auf 24 Prozent – der stärkste Zuwachs seit 13 Quartalen
- Werbeerlöse: Plus 23 Prozent auf 21,3 Milliarden Dollar
- Nettogewinn: 21,19 Milliarden Dollar oder 1,95 Dollar je Aktie
- Q1-Prognose: Umsatz zwischen 173,5 und 178,5 Milliarden Dollar
CEO Andy Jassy verwies auf das dreistellige Wachstum im Chip-Geschäft als Beleg für die breite Innovationskraft des Konzerns.
Partnerschaft mit STMicroelectronics
Am 9. Februar folgte eine weitere strategische Weichenstellung: AWS und STMicroelectronics vereinbarten eine mehrjährige Milliarden-Partnerschaft. ST wird strategischer Lieferant fortschrittlicher Halbleitertechnologien für die AWS-Recheninfrastruktur.
Im Rahmen der Vereinbarung gab ST Optionsscheine an AWS aus, die den Erwerb von bis zu 24,8 Millionen Stammaktien zu einem Ausübungspreis von 28,38 Dollar ermöglichen.
Bewertung nahe historischem Tief
Die Aktie notiert aktuell beim rund 25,8-fachen der erwarteten Gewinne – eine der niedrigsten Bewertungen auf KGV-Basis in der jüngeren Geschichte des Unternehmens. Vom Allzeithoch bei 260 Dollar hat das Papier etwa 23 Prozent eingebüßt.
Die kommenden Quartale werden zeigen, ob die milliardenschweren KI-Investitionen die erhofften Erträge liefern. Garman jedenfalls gibt sich siegessicher: Die Nachfrage sei da, jetzt gehe es darum, die Kapazitäten bereitzustellen.
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