Hims & Hers Aktie: Steigende Unsicherheit?
Für Hims & Hers wird die Lage unangenehmer. Gleich zwei Baustellen treffen das Telehealth-Unternehmen: eine Weiterleitung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA an das Justizministerium und eine Patentklage von Novo Nordisk. Seit Jahresbeginn 2026 hat die Aktie damit deutlich an Boden verloren – mehr als 50%.
Worum geht es im Kern: um günstig beworbene, nicht FDA-zugelassene GLP-1-Alternativen und die Frage, wie weit „Compounding“ (patientenindividuelle Rezepturen) hier rechtlich reicht.
Wichtige Fakten auf einen Blick:
- FDA/DOJ: Weiterleitung an das US-Justizministerium wegen möglicher Rechtsverstöße
- Klage: Novo Nordisk reichte am 9. Februar eine Patentklage ein
- Short-Positionen: Im Januar waren knapp 65% der verfügbaren Aktien für Leerverkäufe verliehen
- Nächster Termin: Quartalszahlen am 23. Februar
FDA verweist Fall ans Justizministerium
Nach Angaben von Mike Stuart, Chefjurist im US-Gesundheitsministerium (HHS), hat die FDA Hims & Hers an das Justizministerium verwiesen. Auslöser war laut Bericht die kurze Einführung einer 49-Dollar-Version einer zusammengesetzten („compounded“) Variante von Novo Nordisks Wegovy-Wirkstoff Anfang Februar.
Reuters zufolge könnte die US-Regierung unter Präsident Trump eine Unterlassungsverfügung oder zivil- beziehungsweise strafrechtliche Geldbußen anstreben. Im Raum steht der Vorwurf, Hims habe gegen den Food, Drug and Cosmetic Act verstoßen, weil ein nicht zugelassenes Arzneimittel vermarktet worden sei. Ob und wie hart das Justizministerium durchgreift, hängt davon ab, ob es einen Gesetzesverstoß sieht – und auch davon, dass Hims das Produkt schnell wieder zurückzog.
Rückzug nach FDA-Ansage zu GLP-1-Compounding
Hims & Hers nahm die günstige Semaglutid-Pille vom Markt, nachdem die FDA am 6. Februar angekündigt hatte, „entschlossene Schritte“ gegen Anbieter zusammengesetzter GLP‑1-Produkte einzuleiten. Die Behörde erklärte, sie wolle die Wirkstoff-Bestandteile (Active Pharmaceutical Ingredients) für nicht zugelassene, aber massenhaft vermarktete Alternativen zu FDA-geprüften Medikamenten stärker einschränken.
Damit verschiebt sich das Risiko: Nicht nur die Vermarktung selbst, auch die Liefer- und Dokumentationskette solcher Angebote rückt stärker in den Fokus.
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Novo Nordisk klagt – und Shortseller legen nach
Novo Nordisk reichte am 9. Februar eine Patentverletzungsklage ein. Es ist laut Reuters die erste US-Patentklage des dänischen Konzerns gegen einen „Compounder“ im Zusammenhang mit Wegovy. Novo-Justiziar John Kuckelman sprach demnach von einer Forderung nach einer „sehr erheblichen“ Schadensersatzsumme.
Hims & Hers wies die Klage öffentlich zurück und bezeichnete sie als Angriff auf Menschen in den USA, die auf zusammengesetzte Medikamente angewiesen seien. In einem Post auf X erklärte das Unternehmen zudem, „Big Pharma“ nutze das US-Justizsystem, um die Auswahl für Verbraucher zu begrenzen.
Juristisch hängt viel an einem Detail: Sind die Produkte ausreichend „personalisiert“, um unter Bundesrecht zulässig zu sein? Reuters zitierte dazu Nathan Beaver (Foley & Lardner), wonach die FDA Unterlagen prüfen könnte – etwa, ob Verschreibungen sauber dokumentiert sind.
Parallel dazu stieg der Druck durch Leerverkäufer. Hazeltree-Daten zufolge erreichten Wetten gegen die Aktie im Januar den höchsten Stand seit mindestens einem Jahr. Fast 65% der verfügbaren Aktien waren im Januar für Shortselling verliehen – der höchste Wert seit Oktober 2025. Laut LSEG kletterte das Short Interest am 12. Februar auf ein Rekordniveau. Needham-Analyst Ryan MacDonald führte den Aufbau der Short-Positionen gegenüber Reuters auch auf das Ende der Partnerschaft mit Novo Nordisk zurück, wodurch Hims beim Abnehmmarkt „von außen“ auf die Entwicklung blicke.
Im Kurs zeigte sich die Nervosität ebenfalls: Laut Investor-Relations-Daten fiel die Aktie in kurzer Zeit von 23,02 US-Dollar (6. Februar) auf 16,30 US-Dollar (13. Februar). Auffällig war zudem der Handel am 9. Februar: Das Volumen sprang auf 144,2 Millionen Aktien – rund 688% über dem Dreimonatsdurchschnitt.
Am 23. Februar legt Hims & Hers Zahlen vor – dann dürfte sich zeigen, wie stark die rechtlichen und regulatorischen Themen bereits auf Nachfrage, Angebot und Ausblick durchschlagen.
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