Volkswagen Aktie: Befreiungsschlag geglückt?
Während der Konzern mitten in der größten Umstrukturierung seiner Geschichte steckt, sendet die Aktie plötzlich ein Signal, auf das viele Anleger lange gewartet haben. Am Freitagabend durchbrach der Kurs eine entscheidende charttechnische Marke – zeitgleich mit einer brisanten Personalentscheidung in der Konzernspitze. Ist das der Wendepunkt, oder nur eine Verschnaufpause im Abwärtstrend?
Technischer Durchbruch nach Monaten des Kampfes
Die Vorzugsaktien kletterten am Freitag über die psychologisch wichtige 200-Tage-Linie – jenen gleitenden Durchschnitt, den Chartisten als Gradmesser für den langfristigen Trend nutzen. Ein Ausbruch über diese Marke gilt in der technischen Analyse als potenzielle Trendwende. Erstmals seit Monaten notiert der Titel nun oberhalb aller relevanten Durchschnittslinien.
Die technischen Eckdaten:
* Schlusskurs Freitag: 98,10 Euro (+0,95%)
* Wochenperformance: Plus 2,85%
* Abstand zur 200-Tage-Linie: Erstmals positiv bei +2,55%
* RSI (14 Tage): 27,8 – deutlich im überverkauften Bereich
Doch wie nachhaltig ist dieser Ausbruch? Der niedrige RSI-Wert deutet darauf hin, dass die Aktie zuletzt massiv unter Druck stand. Die jüngste Erholung könnte eine technische Gegenbewegung sein – oder tatsächlich der Beginn einer längeren Aufwärtsbewegung.
Strategiewechsel: Blume setzt auf neuen Mann
Parallel zum Kursanstieg vollzog Volkswagen eine bedeutende Personalrochade. Ludwig Fazel übernimmt ab Montag die Leitung der Konzern- und Produktstrategie – und damit eine Schlüsselposition im Kampf um die Zukunft des Konzerns. Er berichtet direkt an CEO Oliver Blume.
Der Wechsel ist kein Zufall. Stefan Weckbach, sein Vorgänger, verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch – mitten in der kritischen Phase, in der Volkswagen:
- Tausende Stellen abbauen will
- Werksschließungen prüft
- Die Elektrostrategie grundlegend überholt
- Milliarden an Kosten einsparen muss
Blume formiert sein Kernteam neu. Die Botschaft: Für die anstehenden harten Entscheidungen braucht der Konzernchef Vertraute, keine Zweifler.
Dresden-Projekt: Kreative Lösung für Überkapazitäten?
Fast zeitgleich wurde bekannt, dass Volkswagen für die „Gläserne Manufaktur" in Dresden einen ungewöhnlichen Weg einschlägt. Statt den Standort komplett aufzugeben, soll dort ein Innovationscampus entstehen. Die TU Dresden mietet Teile der Fläche an, Volkswagen bleibt als Forschungspartner im Boot.
Ein cleverer Schachzug? Möglicherweise. Der Konzern kann so Überkapazitäten abbauen, ohne einen kompletten Standortverlust zu riskieren – politisch heikel in einem Wahljahr. Gleichzeitig bindet man sich an die technische Universität, um Zugang zu Forschung und Talenten zu sichern.
Analysten bleiben skeptisch – zu Recht?
Die DZ Bank dämpft die Euphorie. Ihr Rating: „Halten" mit einem fairen Wert von 95 Euro. Damit liegt das Kursziel sogar unter dem aktuellen Niveau. Die Analysten sehen in den Fundamentaldaten kaum Spielraum für weitere Kursgewinne.
Hier entsteht ein klassischer Konflikt: Während Trader den charttechnischen Ausbruch feiern, warten langfristige Investoren auf harte Fakten. Wird Ludwig Fazel als neuer Strategie-Chef die versprochenen Einsparungen umsetzen? Zahlt sich die Neuausrichtung der E-Mobilität aus? Und vor allem: Wann?
Die Volkswagen-Aktie steht damit an einem Scheideweg. Der Ausbruch über die 200-Tage-Linie könnte der Startschuss für eine nachhaltige Erholung sein – oder nur eine kurze Verschnaufpause auf dem Weg nach unten.
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