BioNTech Aktie: Viel Bewegung
BioNTech startet in den März mit gleich mehreren Themen, die Anleger genauer sortieren müssen: ein neuer Patentstreit mit Moderna, die anstehenden Jahreszahlen und der Umbau hin zu einem Onkologie-Spezialisten. Das passt zwar strategisch zusammen, bringt aber auch neue Unsicherheiten mit. Wie schnell kann der Schritt weg vom Covid-Impfstoffgeschäft wirklich tragen?
Patentstreit mit Moderna spitzt sich zu
BioNTech hat Moderna vor einem Bundesgericht in Delaware verklagt. Der Vorwurf: Modernas nächster Covid-19-Impfstoff mNEXSPIKE verletze zentrale mRNA-Patentrechte von BioNTech. Konkret geht es um ein Impfstoff-Design, das nur „Schlüsselteile“ des Spike-Proteins nutzt statt der vollständigen Version – und dadurch laut Klage mit geringerer Dosierung auskommen soll.
Die finanzielle Dimension ist dabei alles andere als klein. In der Klage verweist BioNTech auf Offenlegungen, wonach Moderna bis zum dritten Quartal 2025 1,168 Mrd. US-Dollar mit Covid-Impfstoffen umgesetzt hat. mNEXSPIKE soll in der Atemwegs-Saison 2025/2026 demnach rund 55% dieser Impfstoffverkäufe ausmachen. BioNTech fordert Schadenersatz und betont, man verlange üblicherweise keine Unterlassungsverfügung, sondern setze auf finanzielle Ansprüche.
Der Fall steht zudem nicht isoliert: Bereits 2022 hatte Moderna BioNTech und Partner Pfizer verklagt – auch dieser Streit läuft weiter. Insgesamt zeigt sich hier ein breiterer Trend: Rund um die profitablen Pandemie-Impfstoffe wird weiter um Patente, Lizenzzahlungen und mögliche Nachvergütungen gerungen.
Zahlen am 10. März – und der Fokus verschiebt sich
Am 10. März 2026 will BioNTech die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vorlegen. Dazu ist eine Telefonkonferenz samt Webcast angesetzt. Für den Markt ist das wichtig, weil es das erste vollständige Bild des Jahres 2025 liefert – und damit eine Art Standortbestimmung für den Übergang in die nächste Phase.
Zuletzt hatte BioNTech mehrere Punkte in den Vordergrund gestellt: den Abschluss der CureVac-Übernahme sowie ermutigende Phase-2-Daten zu pumitamig bei triple-negativem Brustkrebs. In einem Strategie-Update für 2026 nannte das Unternehmen zudem 17,2 Mrd. Euro an Cash und die Erwartung von 15 Phase-3-Studien bis Ende 2026.
Als Einordnung der jüngsten Finanzlage: Für Q3 2025 meldete BioNTech einen Umsatz von 1,518,9 Mio. Euro (plus im Jahresvergleich), gleichzeitig aber einen Nettoverlust von 28,7 Mio. Euro. Bis dahin lagen die Umsätze im Jahr 2025 bei 1,962,5 Mio. Euro, der Kassenbestand (inkl. Wertpapiere) bei 16,704,9 Mio. Euro (Stand 30. September 2025).
Onkologie als Kernwette – mit Anlaufzeit
Strategisch wird der Umbau klarer: BioNTech will sich zu einem Multi-Produkt-Onkologie-Unternehmen entwickeln. Genannt wurden unter anderem Programme in Immunmodulatoren, Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten und mRNA-Krebsimmuntherapien. In den vergangenen zwei Jahren habe man die Phase-2- und Phase-3-Onkologie-Studien auf über 25 mehr als verdoppelt. Für 2026 sind sechs weitere Phase-3-Starts sowie sieben „Late-Stage“-Datenauswertungen geplant.
Wichtig für Erwartungen: Für 2026 rechnet BioNTech mit einem moderaten Rückgang der Comirnaty-Umsätze gegenüber 2025 – begründet mit der Marktdynamik bei Covid-Impfstoffen. Gleichzeitig erwartet das Unternehmen keine Umsatzerfassung aus Onkologie-Produkten im Jahr 2026. Genau hier liegt der Knackpunkt: Die Pipeline soll die Zukunft tragen, aber die Erlöse kommen nicht sofort.
Flankiert wird der Kurs durch Personal- und Strukturaufbau: Seit 1. März 2026 ist Kylie Jimenez als Chief People Officer neu im Vorstand, eine dafür geschaffene Rolle zur Unterstützung der 2030-Ziele.
Ein zusätzlicher Gegenwind für Impfstoffumsätze wird im Text ebenfalls genannt: Das generelle Impfstoffgeschäft habe nachgelassen, unter anderem im Zusammenhang mit der Ernennung des Impfstoff-Skeptikers Robert F. Kennedy Jr. zum US-Gesundheitsminister.
Ein Blick auf den Markt heute zeigt, dass die Aktie weiter unter Druck steht: Der Kurs liegt bei 87,80 Euro, ein Minus von 4,62%.
Am 10. März dürfte BioNTech mit den Q4-/Jahreszahlen und dem Unternehmensupdate vor allem zwei Dinge liefern müssen: mehr Klarheit über die Ertragsbasis nach dem Covid-Höhepunkt – und belastbare Fortschrittsmarken, wie die Onkologie-Pipeline die Lücke perspektivisch schließen soll.
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