IREN kämpft mit den Folgen schwacher Quartalszahlen von CoreWeave. Während der Aktienkurs unter Druck gerät, halten Analysten am langfristigen Transformations-Szenario fest. Der frühere Bitcoin-Miner will zum KI-Infrastruktur-Anbieter werden – doch die Anleger verlieren die Geduld.

Branchenwelle erfasst IREN

CoreWeave schockte vergangenen Freitag mit gemischten Q4-Zahlen und riss dabei nicht nur die eigene Aktie mit sich. Der KI-Cloud-Anbieter verlor 18,51 Prozent – und zog IREN sowie Nebius mit nach unten. Alle drei Unternehmen gelten als Stellvertreter für die KI- und Halbleiterindustrie, entsprechend heftig fallen die Reaktionen auf negative Branchensignale aus.

Die IREN-Aktie notiert aktuell bei 34,01 Euro und hat damit seit ihrem November-Hoch bei 66,51 Euro fast die Hälfte verloren. Die gesamte Neocloud-Gruppe steht unter verschärfter Beobachtung: Investoren fordern klare Zeitpläne zur Profitabilität.

Q2-Zahlen enttäuschen auf ganzer Linie

Der eigentliche Ausgangspunkt für IRENs Schwäche liegt in den Quartalszahlen des zweiten Geschäftsquartals. Der Umsatz fiel auf 184,7 Millionen Dollar, der Nettogewinn kippte in einen Verlust von 155 Millionen Dollar. Haupttreiber waren Abschreibungen und nicht-zahlungswirksame Belastungen.

Die Gesamterlöse brachen gegenüber dem Vorquartal um 23 Prozent ein. Das Management führt dies auf rückläufige Bitcoin-Mining-Einnahmen zurück – eine direkte Folge der strategischen Neuausrichtung hin zu KI-Cloud-Services. Der Verlust je Aktie belief sich auf 52 Cent.

Was die Anleger jedoch besonders verstörte: IREN kündigte keinen neuen Hyperscaler-Vertrag an. Nach dem bestehenden Deal mit Microsoft warteten Investoren auf die Bestätigung eines weiteren großen KI-Kunden. Analysten von Bernstein bezeichneten das Ausbleiben dieser Nachricht als "die eigentliche Marktenttäuschung".

Microsoft-Deal als Grundpfeiler

Trotz des kurzfristigen Gegenwinds schreitet die strategische Transformation voran. Der 9,7-Milliarden-Dollar-Vertrag mit Microsoft unterstreicht die Neuausrichtung der ehemaligen Krypto-Miner. IREN stellt Microsoft Zugang zu Nvidia-Chips in seiner Anlage in Childress, Texas, bereit – und macht den Tech-Riesen damit zum größten Kunden.

Für den Microsoft-Auftrag hat IREN rund 3,6 Milliarden Dollar GPU-Finanzierung zu Zinssätzen unter sechs Prozent gesichert. Zusätzlich flossen etwa 1,9 Milliarden Dollar an Kundenvorauszahlungen, womit der Großteil der erforderlichen Investitionen gedeckt ist. Von den insgesamt rund 4,5 Gigawatt gesicherter Leistungskapazität sind bisher nur etwa zehn Prozent vertraglich gebunden – erheblicher Spielraum für weitere Deals bleibt.

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Im zweiten Geschäftsquartal meldete IREN einen annualisierten Umsatz unter Vertrag von rund 2,3 Milliarden Dollar. Darin enthalten sind der Microsoft-Vertrag sowie 400 bis 500 Millionen Dollar vom Standort Prince George.

Energieportfolio als Wettbewerbsvorteil

Im kapitalintensiven Rennen um KI-Infrastruktur verschafft IRENs Energiefußabdruck einen entscheidenden Vorsprung. Mit mehr als 4,5 Gigawatt gesicherter Leistung verfügt das Unternehmen über eine Ressource, die am aktuellen Rechenzentrumsmarkt kaum zu finden ist. Um das Ziel von 3,4 Milliarden Dollar annualisiertem Umsatz bis Ende 2026 zu erreichen, würden nur etwa zehn Prozent dieser Kapazität benötigt.

Bis Jahresende plant IREN die Installation von rund 140.000 GPUs. Analyst Joseph Vafi von Canaccord Genuity hebt neben der GPU-Expansion auch einen neu gesicherten 1,6-Gigawatt-Standort in Oklahoma als bullische Faktoren hervor.

Analysten bleiben bei der Stange

Die Mehrheit der Wall-Street-Analysten hält trotz gesenkter kurzfristiger Schätzungen an ihrer konstruktiven Haltung fest. Joseph Vafi von Canaccord Genuity gehört zu jenen, die IREN weiterhin unterstützen.

Bernstein-Analysten sehen den Ausverkauf nach den Quartalszahlen primär durch das Fehlen eines neuen Hyperscaler-Deals verursacht – nicht durch Bedenken bezüglich Umsatz oder Ausführung. Bitcoin-bezogene Volatilität spiele für die Investment-These keine zentrale Rolle mehr, da IREN seine Ausrichtung auf KI-Cloud-Infrastruktur beschleunige.

Am 27. Februar 2026 wurde IREN in den MSCI USA Index aufgenommen. Ein Signal für wachsende institutionelle Anerkennung.

Timing ist entscheidend

Die entscheidende Variable für die Aktie ist nicht mehr der vierteljährliche Mining-Umsatz, sondern der Zeitpunkt des nächsten großen KI-Vertrags. Dieser würde bestätigen, dass aus dem Bitcoin-Miner tatsächlich ein KI-Infrastruktur-Anbieter wird.

Die KI-Cloud-Erlöse steigen, können aber den Rückgang der Mining-Einnahmen noch nicht vollständig kompensieren. Das Management betont, dieser Druck sei temporär: Sobald mehr GPUs installiert sind und KI-Cloud-Verträge hochfahren, sollen KI-Einnahmen zur Haupteinnahmequelle werden.

IRENs weiterer Weg hängt davon ab, ob die umfangreiche vertragliche Pipeline und die Energiekapazitäten in konstante KI-Cloud-Umsätze umgewandelt werden können. Die Transformation läuft – doch Investoren fordern konkrete Beweise.

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