Morgen legt Evonik die vollständigen Jahreszahlen vor – und die Messlatte liegt hoch. Die Aktie hat in zwölf Monaten fast 30 Prozent verloren, der RSI signalisiert mit 15,8 Punkten eine extreme Überverkauft-Situation. Jetzt kommt es darauf an, ob der Vorstand mit der 2026er-Guidance überzeugen kann.

Zahlen im Rahmen, Ausblick im Fokus

Die vorläufigen Eckdaten sind bekannt: 14,1 Milliarden Euro Umsatz und ein bereinigtes EBITDA von rund 1,87 Milliarden Euro. Das liegt deutlich unter dem Vorjahr (15,2 Milliarden Euro Umsatz, 2,1 Milliarden Euro EBITDA). Entscheidend wird die Prognose für das laufende Jahr. Hier hat der Konzern bereits eine Bandbreite von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro EBITDA kommuniziert – ein weiter Korridor, der Unsicherheit spiegelt.

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Die mittelfristige Zielmarke bleibt eine Kapitalrendite (ROCE) von 11 Prozent. Ob und wann diese erreicht wird, dürfte stark davon abhängen, wie schnell das Effizienzprogramm „Evonik Tailor Made" greift.

Sparprogramm läuft, aber mit Reibungsverlusten

Bis Ende 2026 sollen jährlich 400 Millionen Euro eingespart werden, zu 80 Prozent über Personalabbau. Bis zu 2.000 Stellen fallen weg, davon 1.500 in Deutschland. Gleichzeitig läuft ein ungelöster Tarifkonflikt mit der IG BCE, der rund 585.000 Beschäftigte der Branche betrifft. Die nächste Verhandlungsrunde ist für Ende März angesetzt.

Hinzu kommt: Die Position des Finanzvorstands ist seit September 2025 vakant und soll erst bis zur Hauptversammlung am 3. Juni besetzt werden. Eine ungewöhnlich lange Übergangsphase in einem kritischen Umfeld.

Dividende gesenkt, Flexibilität erhöht

Für das abgelaufene Geschäftsjahr schlägt der Vorstand eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie vor – nach 1,17 Euro im Vorjahr. Das entspricht beim aktuellen Kurs von 13,51 Euro einer Rendite von rund 7,4 Prozent. Ab 2027 gilt eine neue Ausschüttungspolitik: 40 bis 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses. Flexibilität geht hier vor Verlässlichkeit.

Wenig Rückenwind von außen

Ein mögliches Zuckerl kommt aus den USA: Nach einem Urteil des Supreme Court prüft Evonik, ob unrechtmäßig gezahlte Zölle erstattet werden. Im Raum steht ein kleiner zweistelliger Millionenbetrag – angesichts der Unternehmensgröße ein Randthema.

Das Marktumfeld bleibt schwierig. Hohe Energiekosten, schwache Nachfrage und intensiver Wettbewerb aus Asien belasten die europäische Chemieindustrie strukturell. Der Aktienkurs bewegt sich nahe dem 52-Wochen-Tief von 12,63 Euro und notiert 39 Prozent unter dem März-Hoch.

Am 4. März zeigt sich, ob der Konzern eine glaubwürdige Perspektive liefern kann. Die nächste Bewährungsprobe folgt am 8. Mai mit den Q1-Zahlen.

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