In der aktuellen Episode der Wiener Börse Party analysiert Host Christian Drastil die dramatischen Marktbewegungen an einem Tag, der in die Geschichte eingehen könnte. Während die meisten Aktien massive Verluste verzeichnen, sticht ein Titel besonders hervor: Die Deutsche Börse zeigt sich als klarer Gewinner der aktuellen Turbulenzen.

Börseninfrastruktur als sicherer Hafen

An einem Tag, an dem der ATX zur Mittagszeit bereits 4,03 Prozent im Minus liegt und das Jahr-to-Date-Plus von fast zehn auf unter zwei Prozent zusammenschrumpft, zudem auch der DAX markant unter Druck ist, präsentiert sich die Deutsche Börse als Fels in der Brandung. Mit einem Plus von 1,9 Prozent führt sie den DAX an – als einer von nur zwei Werten im gesamten Index, die überhaupt im positiven Bereich notieren.

Dieser Artikel ist eine Added Value Version zu den Key-Insights einer Podcastfolge von audio-cd.at, aufgewertet durch Archivbausteine. Die hier veröffentlichten Gedanken/Schlüsse sind weder als Empfehlung noch als ein Angebot oder eine Aufforderung zum An- oder Verkauf von Finanzinstrumenten zu verstehen und sollen auch nicht so verstanden werden. Der Handel mit Finanzprodukten unterliegt einem Risiko. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren.

„Die Börse ist definitiv ein Gewinner und wir sehen es auch in Deutschland: Die Deutsche Börse ist seit Tagen vorne in dieser Situation der Shaky Times an den Börsen", konstatiert Drastil in seiner Analyse. Diese Beobachtung unterstreicht ein fundamentales Marktprinzip: Während volatile Zeiten für die meisten Marktteilnehmer Verluste bedeuten, generieren Börseninfrastruktur-Anbieter gerade dann höhere Umsätze.

Rekordhandelsvolumina treiben das Geschäft

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Die Wiener Börse verzeichnete am Vortag einen Umsatz von 618 Millionen Euro, am Freitag sogar 1,6 Milliarden Euro. Der Tagesschnitt liegt mittlerweile bei 341 Millionen Euro – fast 100 Millionen über dem Vorjahreswert von 247 Millionen Euro.

Auch die Februar-Statistik der Wiener Börse belegt den Trend: Mit einem Handelsvolumen von 8,55 Milliarden Euro wurde ein Plus von 38,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat erreicht. Der März entwickle sich ebenfalls sehr positiv, so die Einschätzung aus dem Podcast.

Das fehlende Listing der Wiener Börse

Drastil bedauert in seiner Analyse, dass die Wiener Börse selbst nicht börsennotiert ist. „Die Wiener Börse ist leider nicht notiert und deswegen sieht man hier keinen steigenden Preiseffekt", erklärt er. Die Bilanzen der Wiener Börse seien ohnehin stark, und bei einer Notierung wäre der Kurs in der aktuellen Situation sicher gestiegen.

Diese Überlegung verdeutlicht das Geschäftsmodell von Börseninfrastruktur-Unternehmen: Je mehr Handel stattfindet – unabhängig von der Richtung – desto höher fallen die Einnahmen aus. Volatilität, die für Anleger Stress bedeutet, ist für Börsenbetreiber ein Geschäftstreiber.

Marktumfeld und strategische Positionierung

Der Podcast beleuchtet auch die persönliche Anlagestrategie des Moderators in diesem Umfeld. Mit einer ungewöhnlich hohen Cashquote von 30 Prozent im Stockpicking-Österreich-Portfolio und dem bevorstehenden Start eines neuen Wikifolios sieht Drastil die aktuelle Marktkorrektur als Chance für günstige Einstiegskurse.

Die Xetra-Plattform der Deutschen Börse wird dabei als attraktive Handelsplattform hervorgehoben, die mit dem neuen Retail Service Handel von 8 bis 22 Uhr ermöglicht – erweiterte Handelszeiten, die sich der Moderator auch für die Wiener Börse wünscht.

Fazit: Infrastruktur schlägt Einzelwerte

Die aktuelle Marktsituation zeigt eindrucksvoll die defensive Qualität von Börseninfrastruktur-Aktien. Während der DAX insgesamt mehr als drei Prozent verliert und nur zwei von 40 Werten im Plus notieren, profitiert die Deutsche Börse von den erhöhten Handelsaktivitäten. In Zeiten, in denen Anleger ihre Limits pushen und Stop-Loss-Orders ausgelöst werden, generieren Börsenbetreiber überdurchschnittliche Umsätze. Die Deutsche Börse bestätigt damit ihre Rolle als Profiteur volatiler Marktphasen.