Thyssenkrupp steckt mitten in einem komplexen Umbau. Während operative Fortschritte bei der Marinesparte TKMS und strategische Deals wie die Grünstahl-Partnerschaft mit BMW Zuversicht verbreiten, belastet ein dreistelliger Millionenverlust im ersten Quartal die Bilanz. Gleichzeitig zieht sich der norwegische Staatsfonds leicht zurück – und Analysten bleiben gespalten.

Q1-Verlust durch Stahlumbau

Im ersten Quartal 2025/26 verbuchte der Essener Konzern einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro. Verantwortlich dafür waren vor allem Restrukturierungskosten bei der Stahlsparte Steel Europe. Das bereinigte EBIT stieg zwar um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro, was für Fortschritte beim Sparprogramm APEX spricht. Der Umsatz sank jedoch im Jahresvergleich um acht Prozent auf 7,2 Milliarden Euro.

Die Jahresprognose bekräftigte das Management dennoch. Die Marktreaktion fiel verhalten aus: Die Aktie pendelte sich nach volatilen Wochen – mit Tiefs nahe 9,60 Euro Anfang Januar und Hochs über 12 Euro Mitte Februar – zuletzt knapp oberhalb von 10,50 Euro ein.

BMW-Deal: Grüner Stahl in Serie

Operativ setzt Thyssenkrupp auf Dekarbonisierung. Die Stahlsparte liefert ab sofort CO₂-reduzierten Stahl der Marke „bluemint" an BMW – für die Serienproduktion des iX3. Das Material kommt in Außenkarosserieteilen, Innenraumelementen und dem Batteriegehäuse zum Einsatz. Laut TÜV-Süd-Zertifizierung spart das Verfahren 1,35 Tonnen CO₂ pro Tonne Warmbreitband gegenüber konventionellen Methoden.

Parallel dazu plant der Konzern eine wasserstofffähige Direktreduktionsanlage in Duisburg mit einer Kapazität von bis zu 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr. Der Deal mit BMW unterstreicht die strategische Neuausrichtung – doch die Kosten des Umbaus drücken kurzfristig aufs Ergebnis.

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TKMS expandiert, Norges Bank reduziert

Die Marinesparte TKMS bleibt auf Wachstumskurs. Mit einem Rekord-Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro zum Jahresende 2025 – darunter der größte Torpedo-Auftrag der Unternehmensgeschichte – hat TKMS ein unverbindliches Übernahmeangebot für die German Naval Yards Kiel abgegeben. Seit Dezember ist die Sparte im MDAX notiert.

Währenddessen meldete der norwegische Staatsfonds am 25. Februar eine leichte Verschiebung: Die direkt gehaltenen Stimmrechte sanken von 3,01 auf 2,99 Prozent. Die Gesamtposition inklusive Finanzinstrumente liegt weiterhin bei rund 3,25 Prozent. Marktbeobachter werten das Unterschreiten der Meldeschwelle als Zeichen verhaltener Positionierung.

Portfolioumbau: Materials Services vor Abspaltung

Thyssenkrupp prüft laut Reuters strategische Optionen für die Sparte Materials Services, die zuletzt 11,4 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftete. Eine Abspaltung, ein Börsengang oder eine Veräußerung könnten bereits im Herbst 2026 erfolgen. Parallel dazu plant der Konzern, die Anteile an HKM zum 1. Juni an Salzgitter zu verkaufen.

Analysten uneins

Das Urteil der Experten fällt gemischt aus. Jefferies stufte die Aktie am 20. Februar von „Hold" auf „Buy" hoch. Zacks Research nahm dagegen eine deutliche Herabstufung von „Strong Buy" auf „Hold" vor. Barclays bleibt bei „Underweight" und hob das Kursziel nur moderat von 9,00 auf 9,50 Euro an.

Laut TipRanks liegt das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel von acht erfassten Analysten bei 11,47 Euro – bei einer Spanne von 8,70 bis 15 Euro. Der Konsens lautet „Hold". Die Unsicherheit dreht sich vor allem um Zeitpunkt und Konditionen möglicher Vermögensverkäufe sowie die Geschwindigkeit der Ergebnisverbesserung.

Halbjahresbericht als Richtungsweiser

Am 12. Mai folgt der Halbjahresbericht. Bis dahin dürften vor allem Fortschritte bei Steel Europe und Materials Services über die Wahrnehmung der Transformation entscheiden. Mit einem Plus von rund 37 Prozent über zwölf Monate notiert die Aktie derzeit knapp unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt – ein Signal, dass der Markt auf konkrete Signale wartet.

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